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Regionale Fotos aus luftiger Höhe


Mit dem Motorgleitschirm auf Fotosafari

Klaus Göhring aus Hennef geht im wahrsten Sinne des Wortes gerne in die Luft. Mit einem Motorgleitschirm erkundet er die Region regelmäßig aus der Vogelperspektive und hält die Ausblicke mit seiner Fotokamera fest.

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Bei seinen Motorgleitschirm-Ausflügen erkundet Klaus Göhring (kleines Foto) die Region, wie hier das Schloss Drachenburg in Königswinter (großes Foto), aus der Vogelperspektive.
Bilder: Klaus Göhring

Im Jahre 1996 hat Bankkaufmann Klaus Göhring mit dem Gleitschirmfliegen ohne Motor angefangen, im Mai 2001 den Ultraleicht-Pilotenschein gemacht. „Und ich habe eigentlich seit dem ersten Flug fotografiert, also seit 14 Jahren“, erklärt Göhring, für den die Fotografie bereits zuvor ein Hobby war. Im Fokus stehen nunmehr die Luftaufnahmen.

Klaus Göhring hat sich auf historische Objekte und Landschaften im südlichen Kölner und Bonner Raum bis nach Koblenz und in die Eifel spezialisiert. Derzeit ist er dabei die etwa 300 Burgen und Schlösser in diesem Bereich zu fotografieren. Während er früher einfach rumflog und guckte, was es zu sehen gibt, geht er mittlerweile viel planvoller vor.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA„Ich hab immer gedacht: ‚Ich kenne hier alles, was interessant ist.’ Dann hab ich festgestellt, dass ich nur einen winzigen Bruchteil gekannt habe, und angefangen, das systematisch zu machen“, erzählt Göhring. „Ich hab mir aus dem Internet alle historischen Objekte und Burgen rausgesucht und war wirklich schockiert. Es gibt so viele Objekte, von denen man noch nie was gehört und gesehen hat.“

Um den Überblick zu bewahren besitzt der 1954 Geborene eine Karte mit Wegepunkten, auf der die, die er noch nicht fotografiert hat, rot markiert sind, und die, die er bereits im Kasten hat, grün markiert sind. „Das ist noch eine Aufgabe für Jahre, die alle abzufliegen“, meint Göhring, den auch größere Veränderungen wie der Abriss von Bauten oder große Bauvorhaben interessieren.

Zumindest Laien mögen sich fragen, wie man zeitgleich mit einem Gleitschirm fliegen und fotografieren kann. „Man sitzt in einem Gurtzeug und hat rechts und links zwei Steuerleinen. Wenn ruhige Luft ist, kann man die Steuerleinen loslassen und dann fliegt man vollautomatisch“, klärt Göhring, der seit Jahrzehnten im Hennefer Bereich lebt, auf. „Dann gibt man nur noch Gas, damit man die Höhe hält. Man kann auch durch Gewichtsverlagerung ein bisschen steuern.“

In die Luft geht Klaus Göhring das ganze Jahr über, auch im Winter. „ Ich mache im Jahr etwa 70 bis 100 Flugstunden. Die normalen Flüge dauern eineinhalb bis zwei Stunden“, sagt er. „Ich fliege fast immer abends, wenn die Thermik nachlässt. Ich fahre quasi auf einem ruhigen See, wo die Luft ganz ruhig ist, weil ich muss ja die Hände von den Steuerleinen lassen.“ In der Mittagszeit, wenn die heiße Luft aufsteigt, könnte er vor lauter Gewackel gar nicht fotografieren.

„Von oben hat man einen völlig anderen Blickwinkel. Die Dinge erschließen sich ganz anders “, erklärt Göhring, was ihn an der Luftbildfotografie fasziniert. „Ich sehe das auch immer bei den historischen Burgen und Objekten. Die kann man auf einem Foto eigentlich nur aus der Luft erfassen. Da sieht man das ganze Objekt quasi dreidimensional und hat einen wirklichen Eindruck.“

Im Februar 2015 hat der Rheinbacher Regionalia Verlag Göhrings erstes Buch veröffentlicht. In dem Bildband „Das Rheintal aus der Luft – Eine spektakuläre Reise von Koblenz nach Köln“ (ISBN 978-3-95540-146-7) kann man Orte, Burgen und Landschaften von oben entdecken. „Am zweiten Buch arbeite ich zur Zeit. Das grobe Thema ist die Eifel“, verrät Göhring. „Da werden überwiegend historische Objekte drin sein, aber auch Landschaftsansichten, Dörfer oder Landschaftsstrukturen – alles, was von oben interessant aussieht.“

 

 

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