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Marken des Alltags: Kärcher


Mit Hochdruck zum Erfolg

Während das Verb „kärchern“ hierzulande bislang lediglich in die Umgangssprache übergegangen ist, fand das entsprechende „nettoyer au Karcher“ nach Angabe des Wörterbuchs Le Petit Robert bereits 1992 Eingang in den französischen Sprachschatz. Weithin bekannt gemacht wurde dieser Ausdruck erst 2005 durch den damaligen französischen Innenminister Nicolas Sarkozy, der angesichts der landesweiten Unruhen das „Gesindel“ in den Vorstädten mit dem Dampfstrahler vertreiben wollte.

Alfred Kärcher war – wie etwa Gottlieb Daimler – einer jener Erfinder und Unternehmer, die Württemberg seit Beginn der Industrialisierung hervorgebracht hat. Und genau wie die Daimler-Motoren-Gesellschaft wurde auch die Firma Kärcher in Stuttgart-Bad Cannstatt gegründet.

Firmengründung im Jahre 1935

Frau mit HD 555_Rasenmäher

Im Jahre 1984 führte Kärcher den ersten tragbaren Hochdruckreiniger, den „HD 555 profi“, ein.
Bild: Kärcher

Nachdem Alfred Kärcher 1924 sein Studium abgeschlossen hatte und zunächst in der Vertretungsfirma seines Vaters tätig gewesen war, gründete er 1935 die „Alfred Kärcher Kommanditgesellschaft“. Der Ingenieur baute unter anderem – nach eigenem Patent – den „Kärcher-Salzbadofen“ zum Härten von Leichtmetall in der Industrie.

1939 erfolgte der Umzug nach Winnenden, wo sich noch heute der Hauptsitz des Familienunternehmens befindet. Während des Zweiten Weltkriegs wurden bei Kärcher unter anderem auch Anwärmgeräte für Flugzeugmotoren und Kabinenheizungen hergestellt. Nach Kriegsende konzentrierte man sich auf dringend benötigte Produkte für die Bevölkerung: Rundöfen, Kleinherde, Handkarren und Traktoranhänger.

Der Durchbruch in der Reinigungstechnik gelang Kärcher 1950 mit der Entwicklung des ersten Heißwasser-Hochdruckreinigers Europas, dem Dampfstrahler „DS 350“. Die Konstruktion für die Erhitzung des Wassers erwies sich als so zukunftsweisend, dass sie noch heute Basis aller Brenner ist.

Alfred Kärcher erlebte den weltweiten Erfolg seiner Produkte nicht mehr – er starb 1959 im Alter von 58 Jahren. In den folgenden drei Jahrzehnten lenkte seine Frau Irene die Geschicke des Unternehmens.

Im Jahre 1962 gründete Kärcher die erste Auslandsgesellschaft in Frankreich, gefolgt von Österreich und der Schweiz. 1975 wurde ein Werk in Brasilien eröffnet. Kärcher konzentrierte sich nun voll auf die Herstellung von Hochdruckreinigern.

Endverbrauchermarkt wird erschlossen

Die bis dato blauen Geräte erhielten nun das heute weltbekannte Kärcher-Gelb. Das Portfolio des Unternehmens wurde in den folgenden Jahren um Nass-/Trockensauger, Kehr- und Scheuersaugmaschinen, Kfz-Waschanlagen, Dampfreiniger, Reinigungsmittel sowie Wasseraufbereitungsanlagen ergänzt.

Die Erschließung des Endverbrauchermarktes gelang 1984 mit der Einführung des ersten tragbaren Hochdruckreinigers „HD 555 profi“. Ab 1993 wurde die Produktpalette auf den Innenbereich ausgedehnt. Seither bietet Kärcher auch Dampfreiniger und Staubsauger für private Haushalte an. Im Jahr 2003 wurde der weltweit erste völlig autonome Saug-roboter auf den Markt gebracht. 2007 stieg Kärcher in das neue Geschäftsfeld Garten ein, das Pumpen für die Bewässerung, Entwässerung und Hauswasserversorgung umfasst.

Heute wird das Familienunternehmen in zweiter Generation von Johannes Kärcher und Susanne Zimmermann von Siefart geführt. Mit Tochtergesellschaften in 57 Ländern und Servicestellen in über 190 Ländern erwirtschaftet Kärcher 85 Prozent des Umsatzes im Ausland. (cm)

 

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