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(Therapie-)Angebote aus der Region


Musik wirkt auch als Medizin

Seit Jahrtausenden wird Musik eine heilsame Wirkung zugeschrieben. In Deutschland gilt die Musiktherapie als eigenständig anerkannte Heilmethode. Musik kann starke emotionale Reaktionen hervorrufen – und die Lebensqualität psychisch sowie körperlich erkrankter Menschen deutlich verbessern.

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Tanztherapeutin Sabine Marita Karczewski
Bild: privat

Musik kann Begeisterung wecken, sie kann uns aufheitern, Erinnerungen wecken, in den Schlaf wiegen oder auch traurig machen. Ex-Beatle Paul McCartney hat es treffend zusammengefasst: „Musik ist ein Vehikel für Traurigkeit – aber auch für Freude. Und wenn es gelingt, beide Extreme zusammenzubringen, entsteht Magie.“

Eben dieses Potential macht sich auch die Musiktherapie zunutze. Neben Ergo- oder Körpertherapie gehört die Musiktherapie vor allem im stationär klinischen Bereich mittlerweile zu den gängigen Therapieverfahren. In der RWN-Region ist die Rhein-Klinik in Bad Honnef eine der Anlaufstellen für Menschen, die sich für eine Musiktherapie interessieren. Bereits seit 1981 ist sie ein integraler Bestandteil der psychotherapeutischen Versorgung innerhalb der Klinik.

Doch auch in der ambulanten Versorgung haben Musiktherapeuten mittlerweile vermehrt Einzug gehalten. Peter Wendland aus Ittenbach, Sozialpädagoge und Heilpraktiker für Psychotherapie, bietet neben Workshops und Seminaren rund um die Themen Musik, Meditation und Entspannung auch ein therapeutisches Konzept an. „Mithilfe von Musik versuche ich Zugang zu den Menschen zu finden, um gemeinsam mit ihnen neue Wege zur Aktivierung und Reaktivierung von Kräften aufzuzeigen“, erklärt Wendland. Neben dem therapeutischen Gespräch setzt er dazu unter anderem musikalische Reisen oder Meditationen ein.

Für Sabine Marita Karczewski bilden Musik und Bewegung bei der therapeutischen Arbeit eine Einheit. Die diplomierte Tanz- und Ausdruckstherapeutin bietet in Königswinter sowohl Einzel- als auch Gruppentherapien an. Doch was ist anders, wenn Musik und Tanz miteinander kombiniert werden? „Es ist ein ganzheitlicher Ansatz, denn hier werden gleich mehrere Sinnesbereiche angesprochen“, erklärt Karczewski. „Durch Musik findet man emotional oftmals einen besseren Zugang zu sich selbst. Wird dann noch der Körper miteinbezogen, entsteht eine ganzheitliche Herangehensweise, von der der Klient sehr profitieren kann.“

Wer keinen therapeutischen Zugang wählen, aber dennoch lernen möchte, sich mithilfe von Musik intensiv spüren zu können, für den eignet sich beispielsweise auch ein Zumba-Kurs. Zwei Mal wöchentlich bietet Zumba Instructor Nina Steiner im Center Forum in Unkel allen Musik- und Fitnessbegeisterten Menschen die Möglichkeit, am Zumba-Training teilzunehmen. Lateinische und internationale Rhythmen bilden dabei die Grundlage.

Und welche Art von Musik kommt bei einer Therapie zum Einsatz? „Das hängt davon ab, ob es sich um eine aktive oder rezeptive Therapieform handelt“, erklärt Sabine Marita Karczewski. „Bei der aktiven Musiktherapie musiziert der Klient selbst, während er bei der rezeptiven Variante vom Therapeuten oder von der Gruppe bespielt wird. In dem Fall greift der Klient eher auf die eigene Phantasiewelt zurück, während er bei der aktiven Variante beispielsweise spüren und erfahren kann, wie er im Kontakt mit anderen reagiert oder auch wie er mit sich selbst umgeht.“ (dp)

 

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