Name bereits 1048 erwähnt

Spricht man vom Westerwald, meint man damit das gesamte Mittelgebirge zwischen den Flüssen Rhein, Lahn, Dill und Sieg. Es ist der östliche Nordflügel des Rheinischen Schiefergebirges, das bekanntlich zwischen Köln und Frankfurt liegt und zu dem Hunsrück, Eifel und Taunus neben dem Westerwald gehören.

Von Hermann-Joseph Löhr

Der Name „Westerwald“ wird seit etwa 1900 im heutigen Sinne gebraucht.
Bild: info72

Der hohe Westerwald  ist das Kerngebiet um den Salzburger Kopf und die Fuchskaute. Die Randgebiete wie das Neuwieder Becken oder die Siegburg-Hennefer Bucht werden erst seit jüngerer Zeit zum geografischen Westerwald gerechnet. Wertet man ältere Urkunden aus, findet sich der Name Westerwald schon im Jahr 1048, als der Trierer Erzbischof Eberhard (1010 – 1066) die Kirche von Haiger weihte. In der Urkunde werden die Grenzen des Kirchspiels beschrieben. Hierbei wurde auf das Gebiet des Königshofes Herborn zurückgegriffen  und der Teil des Waldes, der im Westen des Königshofes lag, Westerwald genannt. Mehr als drei Jahrhunderte beschränkte sich der Name Westerwald auf dieses Gebiet.

1390 werden im Raum Diez die Kirchspiele Hundsangen, Nentershausen, Meudt, Salz, Rotenhain und Höhn „auf dem Walde“ und 1470 als Kirchspiele „zum Westerwalde“ genannt. 1429 nennt ein Landschreiber Hadamar, Ellar und Driedorf als „uffem Westerwalde.“ Ein Gedicht weiß schon 1450: „Kompstu denn auf den Westerwalt, da ist es sommer und winter kalt“. Der Kaiser beschreibt 1547 den Westerwald auf beiden Seiten der Lahn. Im 17. Jahrhundert schließen sich die Grafen von Wied, Sayn und Leiningen-Westerburg zu einem „Westerwälder Kreis“ zusammen.

So dehnte  sich der Name auch auf den vorderen Westerwald aus. Ein Erdkundebuch von 1819 nennt Montabaur und das  rechte Rheinufer zwischen den Quellen von Dill, Sieg und Lahn Westerwald. Etwa seit 1900 wird der Name im heutigen Sinne gebraucht. Gegenwärtig gehört mit den Kreisen Neuwied, Westerwald und Altenkirchen der weitaus größte Teil des Westerwaldes zum Bundesland Rheinland-Pfalz. Seit etwa 1890 ist der Westerwald ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Urlauber. Nicht zuletzt machte das Soldatenlied „Oh du schöner Westerwald“ die Landschaft bekannt.

„Hui! Wäller?“ – „Allemol!“ ist der Erkennungsruf der Westerwälder. Wie es dazu kam? Im Herbst 1913 schrieb der Vorsitzende der Ortsgruppe Bonn des Westerwaldvereins einen Wettbewerb aus. Gesucht wurde ein Erkennungsruf für alle Westerwald-Wanderer. Als Preis für die beste Idee wurden zwölf Flaschen Wein ausgesetzt. Aus mehr als 60 Vorschlägen ging der Dichter Adolf Weiß aus Mademühlen als Sieger hervor.

 

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