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Die RWN-Medienschule


Nicht einfach drauf los knipsen

Fotografiert und gefilmt wird überall und jederzeit. Mit dem Aufkommen der Digitalfotografie sind auch die letzten Hemmungen gefallen. Aber ist deswegen alles erlaubt? Wie steht es mit dem „Recht am eigenen Bild“? Die RWN sprach  mit der Rechtsanwältin Marie Slowioczek über die juristischen Fallstricke beim Fotografieren.

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Auf den Auslöser ist heute schnell gedrückt. Doch nicht immer ist das auch erlaubt.
Bild: Fotolia/ Trueffelpix

Es gebe „ein gefährliches Halbwissen bei den Fotografen, viele rechtliche Details sind nicht bekannt“, so die Juristin. Ein Lächeln in die Kamera sei noch nicht gleich eine Einwilligung, fotografiert zu werden, hält sie fest. Wichtig sei daher, dass Profi- wie Amateurfotografen sich stets eine Einwilligung geben lassen, bevor auf den Auslöser gedrückt wird. „Und gerade Profi-Fotografen sollten dann stets auch auf den Verwendungszweck der Bilder hinweisen“, unterstreicht Marie Slowioczek.

In Sachen Bildrechte sei es daher einfacher, im öffentlichen Raum, etwa auf belebten Plätzen, zu fotografieren. Aber gilt das auch für spezielle Veranstaltungen in diesem öffentlichen Raum, in Fußballstadien oder auf Rockkonzerten? „Da gilt das Hausrecht des Veranstalters. Der kann dann festlegen, wer, wann und wie fotografiert werden darf“, hält die Rechtsanwältin fest. Pressefotografen benötigen so eine Genehmigung, bevor sie den Fokus auf Pep Guardiola oder Helene Fischer richten dürfen.

Wer dann als Privatperson zufällig mit in den Sucher rutscht, braucht nicht um Genehmigung gefragt zu werden. „Das ist dann so zusagen fotografisches Beiwerk. Das kommt natürlich dauernd vor, denken Sie nur an Touristen unterm Eiffelturm, die ins Bild eines anderen Touristen laufen“, so Slowioczek.

Richtig problematisch wird es aber, wenn fremde Kinder fotografiert werden. Im Fotostudio ist die Lage natürlich klar, aber Aufnahmen von Spielplätzen, Schulhöfen oder im Schwimmbad sind sehr heikel, zu Recht. „Auch Kinder haben das Recht am eigenen Bild. Da muss in jedem Fall die erziehungs- oder aufsichtsberechtigte Person gefragt werden“, unterstreicht die Juristin.

Das Recht am eigenen Bild, bedeutet eigentlich: Das Recht darüber zu bestimmen, was mit Fotografien oder anderen bildlichen Darstellungen der eigenen Person in der Öffentlichkeit geschieht. Ein Hobbyfotograf, der anlässlich einer Städtereise Bilder von Bauwerken fertigt, auf denen notgedrungen auch Menschen erkennbar sind, muss sich in aller Regel keine Sorgen machen: Fotografieren für das private Album ist jedenfalls erlaubt.

Grundsätzlich gilt: Wer seine Bilder veröffentlichen oder mit ihnen Geld verdienen möchte, muss andere Maßstäbe ansetzen. Bereits beim Hochladen von Bildern in Online-Plattformen wie Flickr oder fotocommunity sind rechtliche Aspekte zu beachten. Wer etwa bei Facebook Bilder hochlädt, tritt damit die Fotorechte nicht – wie vielerorts vermutet – an Facebook ab. Das heißt dann auch, Drittpersonen dürfen mit dem Bild keinen Unfug anstellen. Die Vervielfältigung und Veröffentlichung allerdings muss auf dieser Plattform gewährleistet bleiben.

Wer gegen die genannten Rechte und Pflichten verstößt, kann übrigens laut Marie Slowioczek ordentlich zur Kasse gebeten werden. „Bei Verletzung der Bildrechte kann unter Umständen ein Schmerzensgeld bis zu 2000 Euro verhängt werden, die Kosten einer Abmahnung pendeln zwischen 800 und 1000 Euro“, so die Rechtsanwältin.

Hilfreich: Wer tiefer in die Materie der Bildrechte eintauchen will, kann sich bei der Messe „Photo + Adventure“ am 11. und 12. Juni im Landschaftspark Duisburg-Nord informieren. Dort gibt Marie Slowioczek am Samstag, 11. Juni, von 16 bis 19 Uhr das Seminar „Fit für den Fotografen-Alltag“. (tv)

 

 

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