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An einige Schutzheilige wird in besonderer Form gedacht


Nikolaus setzt täglich über

Im RWN-Land werden nach wie vor viele besondere Schutzheilige verehrt. Beispielsweise wird mit zahlreichen Laternenumzügen in der Region dem Heiligen St. Martin von Tours gedacht. Doch auch der Heilige Leonard von Limoges, Schutzpatron für das Vieh und insbesondere die Pferde, wird unter anderem in Rheinbreitbach verehrt. Und eine Figur des Heiligen Nikolaus von Myra ist unter anderem auf der Bad Honnefer Rheinfähre zu finden.

Diakon Winfried Reers (l.) segnet nicht nur an Leonardus Pferde und andere Tiere in Rheinbreitbach, sondern hält auch das eine oder andere Leckerchen bereit.
Bild: Privat

Traditionell ist der 11. November der Martinstag, der Gedenktag des Heiligen St. Martin von Tours. Überall in der RWN-Region gibt es zu seinen Ehren jährlich Laternenumzüge, teilweise werden die Umzüge auch von einem als römischer Soldat verkleideten Reiter begleitet. Doch warum wird der Heilige St. Martin überhaupt verehrt?

Martin war im vierten Jahrhundert der dritte Bischof von Tours. Ab 334 nach Christus war Martin als Soldat der Reiterei der Kaiserlichen Garde in Amiens im heutigen Frankreich stationiert. Der Heiligenlegende nach soll Martin an einem Tag im Winter einem armen, unbekleideten Mann am Stadttor von Amiens begegnet sein. In einer barmherzigen Tat teilte er seinen Mantel mit dem Schwert und gab eine Hälfte dem Armen.

Bald darauf entstanden etliche Legenden mit Erzählungen von Wundern Martins. So wurden ihm beispielsweise Totenerweckungen zugeschrieben. Eine weitere Überlieferung besagt, dass Martin im Jahr 371 in der Stadt Tours von den Einwohnern zum Bischof ernannt werden sollte. Martin, der sich des Amtes als unwürdig empfand, habe sich in einem Gänsestall versteckt. Die aufgeregt schnatternden Gänse verrieten aber seine Anwesenheit, und er musste das Bischofsamt annehmen. Davon leite sich auch der Brauch ab, am Fest des Heiligen eine Martinsgans zuzubereiten.

Und der Brauch eines Laternenumzugs rührt daher, dass nach dem Tod des Heiligen St. Martin sein Leichnam in einer Lichterprozession mit einem Boot nach Tours überführt wurde.

Doch auch ein anderer Heiliger wird Anfang November verehrt, zumindest in Rheinbreitbach. Dort gibt es nämlich neben der eigentlichen katholischen Pfarrkirche St. Maria Magdalena auch noch eine kleine Kapelle, die Patronatskirche des Heiligen Leonard von Limoges, der Schutzpatron für das Vieh und insbesondere die Pferde, ist. Sein Gedenktag ist der 6. November.

Pferdesegnung in Rheinbreitbach

In Rheinbreitbach wird sein Patrozinium seit Jahren mit einer Pferdewallfahrt vom Bildstock „Auge Gottes“ im Rheinbreitbacher Wald aus zur Kapelle begangen. Von dort zieht Diakon Winfried Reers mit den Pferden, Reitern, Gläubigen und anderen Tieren in den Park an der Oberen Burg, wo eine Pferde- und Tiersegnung stattfindet. „Der Rekord lag bei 26 Pferden“, berichtet Reers. In diesem Jahr treffen die Reiter am Samstag, 11. November, um 11.30 Uhr an der Rheinbreitbacher Leonarduskapelle ein. Organisiert wird die jährliche Leonarduswallfahrt übrigens von Klaus-Martin Klein.

Und noch ein Heiliger wird hierzulande verehrt, nämlich der Heilige Nikolaus von Myra. Doch nicht nur wegen seines Schutzpatronats für die Kinder (6. Dezember). Denn der Heilige Nikolaus ist zugleich auch Schutzpatron der Seefahrer, Binnenschiffer und Händler. Und so ist es nicht verwunderlich, dass eine Figur des Heiligen auf der Bad Honnefer Rheinfähre zu finden ist. (msc)

 

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