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Streuobstwiesen sollen erhalten und Wissen weitervermittelt werden


Obstbaumwarte werden ausgebildet

„Der richtige Schnitt ist das A und O. Er ist wichtig für den Wuchs, den Erhalt der Baumgesundheit und dient der Verbesserung der Fruchtqualität“, sagt Baumschulmeisterin und Kursleiterin Ursula Gerke.

Projektreferent Ralf Badtke (auf der Leiter) zeigte den Teilnehmern die richtigen Schnitte.
Bild: Presseagentur Funk

Auf der Streuobstwiese am Fuße der Burg Blankenberg hatten sich angehende Obstbaumwarte getroffen, um alles über den Erhalt von alten Obstwiesen zu erfahren. Denn immer mehr geht das Wissen über Streuobstwiesen und die besondere Qualität der Früchte und die Pflege der Bäume verloren. Deswegen schult „chance7“, das Naturschutzprojekt des Rhein-Sieg-Kreises, derzeit 32 Obstbaumwarte in Kooperation mit der Biologischen Station des Landkreises in Eitorf.

Im Rahmen einer neuntägigen Ausbildung von Herbst 2016 bis zum Sommer lernten die Frauen und Männer alles Wissenswerte rund um das Biotop und seine Pflege. Am Ende dieser Schulung gehören sie zu den ersten Obstbaumwarten im Rhein-Sieg-Kreis.

Neben Ursula Gerke vermitteln Stefan Lienemann und Barbara Bouillon von der Biologischen Station sowie Projektreferent Ralf Badtke von „chance7“ das notwendige Wissen. So erklärte Stefan Lienemann den richtigen Schnitt eines Apfelbaumes: „Wenn mit Unkenntnis geschnitten wird, schadet das dem Baum und verkürzt seine Lebenszeit erheblich. Dann stirbt die Sorte aus.“ Und das wäre schade, meinte Teilnehmerin Daniela Rehmann, die im Zuge der Schulung ihr bis dahin unbekannte Apfel-sorten wie Gelber Edelapfel, Rheinische Schafsnase oder Altländer Pfannkuchenapfel kennengelernt hat.

„Diese Sorten sind sehr aromatisch“, sagt sie. Die alten Apfelsorten haben noch einen weiteren Vorteil. “Aufgrund ihrer Naturbelassenheit können sie problemlos von Apfelallergikern gegessen werden“, sagt Ursula Gerke. Ihre neu erworbenen Kenntnisse will Daniela Rehmann vor allem an Kinder und Jugendliche weitergeben, weil sie besonders wissbegierig sind. Denn Ziel des Projektes ist es, dass die Obstbaumwarte ihr Fachwissen an Interessierte weitergeben, als Ansprechpartner für Fragen im Streuobstanbau zur Verfügung stehen, Bäume pflanzen und pflegen, Ernteaktionen und Führungen anbieten und die Vermarktung von Streuobst und Streuobstprodukten unterstützen.

Wie die Aktivitäten dann im Einzelnen aussehen, zeigen die neuen Obstbaumwarte am Ende ihrer Ausbildung. Am 22. Oktober veranstalten sie zusammen mit „chance7“ ein großes Obstwiesenfest in der Baumschule Neuenfels in Königswinter-Uthweiler. Unter anderem gibt es dort Informationen  zur Pflege von Obstbäumen, alte Sorten werden als Frischobst und Bäume zum Verkauf angeboten und die Besucher erhalten die Möglichkeit Saft aus ihren eigenen Äpfeln zu pressen und abfüllen zu lassen. (an)

 

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