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Hohe Nachfrage bei Vereinen


Ohne den Imker geht es nicht

Mit gut einem Kilo pro Kopf steht Deutschland nicht nur beim Honigverzehr an der Weltspitze. Auch in punkto Interesse an der Imkerei und den Honigbienen ist die Bundesrepublik führend. So zählten die 19 Landesverbände des Deutschen Imkerbundes, seines Zeichens der größte europäische Bienenzüchterverband, Ende vergangenen Jahres 108.214 Mitglieder – Tendenz weiter steigend.

Uwe Hüngsberg ist der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Asbach und Umgebung.
Bild: privat

Im RWN-Land ist der 1883 gegründete Bienenzuchtverein Asbach und Umgegend (BZV) ein bedeutender Ansprechpartner in allen Fragen rund um das wertvolle Naturprodukt. „Die Imkerei ist ein faszinierendes Hobby, ohne das die Natur weitaus ärmer wäre“, führt Uwe Hüngsberg,  Vorsitzender des Vereins, aus. „Für die Natur und den Weiterbestand vieler Blumen- und Pflanzenarten ist die Arbeit des Imkers ungeheuer wichtig. Von nichts kommt nichts: Dabei handelt es sich jedoch keineswegs um Erfolge, die uns in den Schoß fallen, wir tun auch sehr viel dafür.“

Doch nicht immer werden diese Mühen adäquat belohnt. „Der Kälteeinbruch im Frühjahr und auch der einigermaßen verregnete Sommer haben deutliche negative Spuren bei der Honigernte hinterlassen. Es gibt Imker, die kaum Frühjahrshonig gewinnen konnten. Die Ernte des Sommerhonigs ist aber insgesamt doch noch zufriedenstellend ausgefallen. Man kann aber leider nicht sagen, dass es ein ,Super-Honigjahr‘ war“, bilanziert Uwe Hüngsberg. „Ohne Honig aus Übersee könnte der Bedarf der deutschen Konsumenten nicht gedeckt werden.“

Um 500 Gramm Honig herstellen zu können, müssen Arbeitsbienen rund 40.000-mal ausfliegen und dabei eine Flugstrecke von rund 120.000 Kilometern zurücklegen. Mit ein Grund dafür, dass das Bienensterben und die Warnung vor den Folgen ständig in den Schlagzeilen steht.

„Dass es weniger Insekten gibt, kann jeder selbst erkennen, der schon etwas älter ist und der die Natur mit offenen Augen anschaut. Ein Honigbienensterben gibt es aber nicht“, stellt der Vereinsvorsitzende klar. „Solange sich Menschen finden, die entweder aus Spaß und Begeisterung oder aus wirtschaftlichen Gründen Imker werden, wird es Honigbienen geben. Ohne den Imker geht es aber nicht. Das ist der Grund, warum sich die Imkervereine um Interessenten bemühen und Anfängerkurse durchführen und fortwährend Weiterbildung betreiben.“ So wie der BZV Asbach.

In 2018, dem 135. Jahr seit Gründung, sind heute schon zwei Veranstaltungen fest eingeplant. „Ein sogenannter ,Honiglehrgang‘ für halbwegs erfahrene Imker findet am Samstag, 24. Februar, in Asbach-Schöneberg statt. Es wird auch wieder einen Anfängerkurs geben, doch da steht weder die Örtlichkeit noch die Terminierung fest.“

„Die Teilnehmerzahl der Kurse ist ständig angestiegen und bis heute sind wir auf der Suche nach einem geeigneten Schulungsraum mit Strom und Wasser, neben den man dauerhaft mehrere Schulungsbienenvölker stellen kann. Die Gespräche darüber mit dem Asbacher Ortsbürgermeister haben Hoffnung geweckt, aber seit längerer Zeit ist nichts Konkretes daraus geworden. Wer uns in dieser Richtung helfen kann – und sei es nur für das kommende Jahr – würde uns einen sehr großen Gefallen tun“, sagt Uwe Hüngsberg. (imr)

 

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