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Städtepartnerschaften


Orte pflegen Freundschaften

Die Tradition der Freundschaften unter Städten mit einem regen Austausch entwickelte sich schon im frühen Mittelalter. Die offizielle Bezeichnung „Städtepartnerschaft“ wurde erst 1925 eingeführt. Den ersten Eintrag sicherten sich Kiel und das dänische Sonderburg.

Traditionsreiche Feste werden für Abordnungen aus den Partnerkommunen gerne zum Anlass für einen Besuch genommen. Oben: Gäste aus Cognac und Einheimische beim Weinfest in Königswinter.
Bilder: Vereine

Schon seit 1920 ist Linz am Rhein eng mit der gleichnamigen österreichischen Stadt an der Donau verbunden. Delegationen beider Orte besuchen sich in aller Regelmäßigkeit. So wird am Karnevalswochenende eine Gruppe mit dem Vizebürgermeister von Linz zum gemeinsamen Austausch und Feiern erwartet. Die größte Entfernung in der Region zu einer Partnerstadt stellt die seit 1965 aktive Kooperation mit Marietta in Georgia/USA dar. In den letzten Jahren wurde die Beziehung durch Schüleraustausche mit dem Linzer Gymnasium gepflegt. 30-jähriges Bestehen feiert in diesem Jahr der Freundeskreis Linz-Pornic. Zu diesem Anlass kommt im Oktober eine Abordnung mit Vertretern der französischen Kleinstadt angereist.

Auch Kamener kamen zum Winzerfest nach Unkel.

Eine Stadt mit einem klingenden Namen hat Königswinter aufzuweisen. Nachdem sich die erste Städtepartnerschaft mit dem englischen Cleethorpes (1974) so positiv entwickelt hatte, reifte bei den Stadtvätern der Gedanke, sich auch in Frankreich umzuschauen. Mehrere Städte waren in der Auswahl, als das malerische Cognac Interesse signalisierte, wurde schnell Nägel mit Köpfen gemacht. Beide Orte verbindet so einiges: der Wein und seine Verarbeitung und die idyllische Lage an einem Fluss. „Im Wechsel besuchen wir uns gegenseitig einmal im Jahr. Etwa 40 bis 50 Menschen überbrücken per Bus die gut 1000 Kilometer Entfernung. Die jeweiligen Gäste werden meist in Familien untergebracht. Es haben sich dauerhafte Beziehungen und Freundschaften entwickelt“, weiß Karsten Hinrich vom Partnerschaftsverein Königswinter/Cognac zu berichten.

In diesem Jahr fährt eine Gruppe vom 8. bis 14. Juli in das an der Charente gelegene Städtchen. Zudem besteht aber reger Austausch sportlicher und kultureller Natur.

Partnerschaft von 37 Orten

Neustadt/Wied gehört zum größten Verbund von Partnerschaften in Europa an. 37 Orte aus Deutschland, Österreich, Tschechische Republik, Ungarn, Niederlande, Slowakei und Polen gehören „Neustadt in Europa“ an.

Nach der Wiedervereinigung kamen auch viele innerdeutsche Kooperationen zustande. So steht Bad Honnef im Austausch West-Ost mit dem sächsischen Wittichenau. Eher ungewöhnlich mutet da die mittlerweile ihr 30-jähriges Jubiläum feiernde Verbindung Unkel/Kamen an. „Sie kam eher zufällig zustande, ein paar Stadtväter waren mal zu Besuch da, die Bürgermeister verstanden sich gut, also beschloss man, sich offiziell als Städtepartnerschaft zu registrieren. Bis heute besteht eine gute freundschaftliche Verbindung“, weiß Stadtbürgermeister Gerhard Hausen. Groß gefeiert werden soll beim Winzerfest im September. Gäste aus Kamen werden nicht nur am Samstag zum Tag der Städtepartnerschaft erwartet.

Ein Jubiläum hat auch Hennef in diesem Jahr auf dem Portfolio. Schon 20 Jahre gibt es den Austausch mit dem französischen Le Pec. „Wir halten nichts davon, Partnerschaften zu sammeln, die Intensität ist uns wichtig“, sagt Erika Rollenske vom Verein für Europäische Städte-Partnerschaft. Für ihr herausragendes Engagement mit Le Pec, Banbury und Nowo Dwòr Gdanski erhielt der Verein 2007 von der Europäischen Kommission die Auszeichnung „Goldener Stern“. (mc)

 

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