«

»

Jedes Ei verrät, woher es kommt


Osterzeit ist Eierzeit

„Das weiß ein jeder, wer’s auch sei – gesund und stärkend ist das Ei.” Das stellte Wilhelm Busch bereits vor über 100 Jahren fest. Und wahrscheinlich wusste er auch, von welch glücklichen Hühner seine Ostereier stammten. Vielen Verbrauchern heute ist allerdings trotz einiger Kampagnen noch immer nicht klar, wie sie beim Einkauf erkennen können, wo die Eier tatsächlich herkommen.

Eier aus Freilandhaltung

Ein Stempel auf Eiern der Güteklasse A informiert über die Art der Legehennenhaltung und die Herkunft.
Bild: Fotolia/ Jan Schuler

Gerade in der Osterzeit tauche diese Frage häufig auf, berichtet Ludwig Reuschenbach, Lebensmittel-Chefeinkäufer der Vorteil-Center Asbach und Unkel. „Auch wenn die Zahlen und Kürzel in den Verpackungen erklärt sind.“ Seit 2004 muss jedes Ei der Güteklasse A und jede Verpackung einen EU-weit einheitlichen Stempel tragen, der über die Art der Legehennenhaltung und die Herkunft des Eies Auskunft gibt.

Dieser Erzeugercode setzt sich zusammen aus einer Ziffer zwischen 0 und 3, wobei die 0 für „Ökologische Erzeugung“, die 1 für „Freiland-“, die 2 für „Boden-“ und die 3 für „Käfighaltung“ steht. „Über den Erzeugercode hat jeder Verbraucher die Möglichkeit, an der Ladentheke zu entscheiden, welcher Haltungsform er den Vorzug gibt“, erklärt Ludwig Reuschenbach weiter.

Nach der Ziffer für die Haltungsform folgen zwei Buchstaben für das Land, in dem der Eierbetrieb registriert ist. „Ein deutsches Ei erkennen Verbraucher am Länderkürzel DE, ein belgisches an einem BE und ein niederländisches am NL“, erläutert der Einkaufsleiter. Dann folgt die individuelle Betriebsnummer. Sie ermöglicht es, bei Bedarf die Herkunft des Eies genau zurückzuverfolgen. „Diese Nummer beginnt mit dem Bundesland, beispielsweise mit der 7 für Rheinland-Pfalz oder der 5 für Nordrhein-Westfalen. Die Nummern an dritter bis sechster Stelle stehen für den Betrieb, die siebte für den Stall“, ergänzt der Einkaufsleiter. „So tragen die Eier unseres Regional-Partners, der Geflügelhof Andres aus Mendig, die Kennzeichnung 2 – DE – 0713002 für die Bodenhaltung.“

XL-Eier wiegen mindestens 73 Gramm

Auf Groß- und Kleinpackungen bis zu 16 Eiern wiederum müssen auf einer Außenseite in deutlich sichtbarer und leicht lesbarer Druckschrift zudem Angaben gemacht werden über die Art der Legehennenhaltung, das Mindesthaltbarkeitsdatum, die Güteklasse, die Gewichtsklasse, die Erläuterung des Erzeugercodes, die Zahl der verpackten Eier, Name und Anschrift der Packstelle sowie die Kennnummer der Packstelle. Dabei ist die Mindesthaltbarkeitsdauer auf maximal 28 Tage nach dem Legen festgelegt.

Und während ein S-Ei unter 53 Gramm, ein M-Ei zwischen 53 und 62 Gramm und ein L-Ei zwischen 63 bis unter 73 Gramm wiegt, muss ein XL-Ei mindestens 73 Gramm auf die Waage bringen, ehe es als solches angeboten werden darf. Bei lose angebotenen Eiern müssen diese Informationen – mit Ausnahme der Anzahl der Eier – auf einem Schild oder Begleitzettel bei der Ware erfolgen. Für Eier hingegen, die ab Hof, auf regionalen Wochenmärkten oder an der Haustür zum Eigenbedarf abgegeben werden, gelten diese Klassifizierungs- und Kennzeichnungsvorschriften nicht.

Ob ein Ei eine weiße oder eine braune Schale hat, wird nicht wie vielfach kolportiert, vom Gefieder, sondern von den Genen bestimmt. Eine Faustregel besagt, dass die sogenannten Ohrscheiben der Henne Auskunft darüber geben können, welche Farbe ihre Eier haben. Sind diese rot, so legt die Henne in der Regel braune Eier. Sind sie jedoch weiß, so sind auch die Eier weiß.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.