Puccinis „Tosca“ im Kino erleben

Auftakt nach Maß! Mit einem echten Opern-Thriller startet das Asbacher Lichtspielhaus Cine 5 am Samstag, 27. Januar, 19 Uhr, ins neue „Live aus der Met“-Jahr 2018: „Tosca“ von Giacomo Puccini. Das im Januar 1900 uraufgeführte Meisterwerk gehört zu den fünf weltweit am häufigsten dargebotenen Opern.

Sonya Yoncheva in der Titelrolle und Zeljko Lucic als Scarpia in Puccinis „Tosca“
Bild: Metropolitan Opera/Ken Howard

Leidenschaft und Terror prägen diese Geschichte, die von der Spannung zwischen Kunst und Leben und dem Zerbrechen der Illusionen an einer unbarmherzigen Wirklichkeit erzählt. Ort des Geschehens ist Rom im Jahre 1800 vor dem Hintergrund von Napoleons Invasion in Italien und den Auseinandersetzungen zwischen Republikanern und Royalisten. Hier spielen sich   vom Mittag des 17. Juni bis zum Morgengrauen des 18. Juni im Leben der kapriziösen, tief religiösen Sängerin Floria Tosca, ihrem Geliebten, dem Promi-Maler und Aufstandssympathisanten Mario Cavaradossi, und dem sadistisch veranlagten Baron und Polizeichef Scarpia wahre Dramen ab. Diese werfen unwillkürlich Fragen nach dem Wesen und dem Verhalten des Menschen in Extremsituation auf.

Im Leben der Liebenden schien alles bestens zu sein: Sowohl Sängerin Tosca als auch Maler Cavaradossi waren gut im Kunstgeschäft etabliert. Über einen Mangel an Rollen, Auftragswerken oder Konzertterminen konnten sich die beiden nicht beklagen. Der Traum vom gemeinsamen Häuschen war zum Greifen nahe.

Doch dann passiert etwas Unvorstellbares: Cavaradossi wird beschuldigt, Fluchthelfer eines politischen Sträflings zu sein. Polizeichef Scarpia schlägt zu, inhaftiert den Maler und versucht, ein Geständnis durch Folter zu erzwingen. Fassungslos über so viel Brutalität will Tosca ihren Geliebten retten. Dabei gerät sie immer tiefer in eine Intrige, die sie gnadenlos der Macht des Polizeichefs Scarpia ausliefert.

Denn er verspricht ihr für eine gemeinsame Liebesnacht, ihren Geliebten laufen zu lassen. Mit Recht misstraut Tosca diesem Erpressungsversuch und sieht keinen anderen Ausweg, als ein Verbrechen zu begehen. Sie erdolcht Scarpia. Doch auch ihr Geliebter Cavaradossi wird auf tragische Weise auf der Engelsburg ermordet – Tosca bleibt alleine zurück.

Musikalisch setzt Puccini den bisweilen heftigen Vorgängen bewusst friedliche, feierliche, gar heitere und farbenfrohe Klänge entgegen. Wie ein Sog folgt alles dieser widersprüchlichen Dramaturgie, die vom Met-Ensemble um Opernregisseur Sir David McVicar, Dirigent James Levine, Sopranistin Sonya Yoncheva als Tosca, Tenor Vittorio Grigolo als Cavaradossi und Bassbariton Zeljko Lucic als Scarpia leidenschaftlich inszeniert und interpretiert wird. (imr)

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