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Schule, Grube und Unterkunft mit Glück im Namen


Regionale Orte mit Glücksgarantie

Es gibt unzählige Orte, an denen sich Menschen rest­los glücklich fühlen. Und nicht selten sind das völ­lig unscheinbare Fleckchen, die auf den ersten Blick gar nicht besonders auffallen. Deshalb ist es manchmal auch so mühsam, sich dem Glück zu nähern. Einfacher wird die Suche, wenn die­se Winkel das Wort „Glück“ in ihrem Namen tragen – so wie die nachfolgenden Plät­ze im RWN-Land.

Wo das Glück zuhause ist: die Grube Josefsglück

Haus Neuglück

Man kann diskutie­ren, ob Glück auch an Orten zu finden ist, an denen normalerwei­se geistige oder körperliche Anstrengung vorherrschen, so wie an der „Glück auf!“-Schule in Horhausen. Der Name der im Jahr 2000 neu errichteten Grundschule ver­weist auf die geschichtliche Verbundenheit mit dem frü­heren Eisenerz-Abbau in der Region. Im laufenden Schul­jahr 2017/2018 besuchen 206 Schüler insgesamt elf Klassen. Das 13-köpfige Lehrerkolle­gium, eine Förderschul-, eine Fachlehrerin, eine Pädagogi­sche Fachkraft, ein Referen­dar sowie zwei FSJ-ler sorgen für ein abwechslungsreiches schulisches Lernen und Leben – auch im Ganztagesbetrieb.

An einen solchen aus frü­heren Zeiten erinnern viele Relikte im Besucherbergwerk „Josefsglück“ in Brachbach. Der Schieferstollen liegt süd­östlich des Ortskerns an dem steil aufsteigenden Höhen­zug Windhahn oberhalb der „Langgrube“ – und gibt ab 1. Mai wieder eindrucksvol­le Einblicke in die Welt der Bergmänner frei. Die Grube selbst wurde von 1903 bis 1925 betrieben. In den letzten Monaten des zweiten Welt­krieges diente der Stollen vie­len Familien als Schutzstätte vor Fliegerbomben. Besu­cher-Highlight ist die „Auf­gehende Sonne“. Sie wurde im Jahre 2008 zum Geden­ken an die „Kumpel“ instal­liert und wird heute musika­lisch ausdrucksvoll mit der Einleitung aus „Also sprach Zarathustra“ von Richard Wagner inszeniert.

Vom Altglück bis zum Neuglück

Auf einen Betrieb in „unvor­denklicher Zeit“ wiederum kann die Grube „Altglück“ zurückblicken. Sie liegt etwa 600 Meter östlich von Kö­nigswinter-Bennerscheid. Ein vermuteter, römerzeitlicher Betrieb konnte zwar noch nicht nachgewiesen werden, die an der Oberfläche erhalte­nen Zeitzeugen dokumentie­ren aber einen vorindustriel­len Bergbau, der auf Bleierze und Silber betrieben wurde. Deshalb wurde die Grube un­ter Bergbauleuten auch „Sil­berkaule“ genannt.

Forsthäuschen „Stilles Glück“
Bilder: privat

Historisch belegt ist, dass 1859 die benachbarte Grube Neuglück mit der Grube Alt­glück zusammengelegt wur­de. In den 1860er-Jahren kam es zu einer grundlegenden Umgestaltung und Erweite­rung des Bergwerks, im Zuge derer sich der Betrieb auf das heutige Stadtgebiet von Hen­nef verlagerte. In Erinnerung an diese Zeiten trägt heute ein Hennefer Ortsteil den Namen „Altglück“, in Hennef-Dahl­hausen ist ein Straßenzug unter „Zum Neuglück“ aus­geschildert.

Wegen ihrer Bedeutung steht das gesamte aufgelas­sene Bergbaugebiet unter Denkmalschutz. Dazu gehö­ren Halden und Pingen sowie Stollenmundlöcher, die noch in einem kleinen Tal westlich von Altglück sowie in einem Siefen nordöstlich von „Haus Neuglück“ zu finden sind, das am Ostrand von Bannerscheid um 1850 als Wohnhaus für Steiger entstand. Nach 1870 wurde es für eine Adelsfamilie zum Schloss Neuglück im Stil des Historismus umgebaut.

Der französische Dichter Guillaume Apollinaire war dort 1901/02 als Lehrer der damaligen Tochter der Gräfin Elinor de Milhau tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg dien­te das pittoreske Waldschlöss­chen bis 1991 als Ausflugs­lokal, dann wurde es zum Seminar- und Tagungsgebäu­de mit Übernachtungsmög­lichkeiten umgebaut. Dass man hier zumindest für die Dauer des Aufenthalts Glück findet, darauf deuten Gäste-Kommentare wie „Das Haus ist traumhaft, die Lage ru­hig, der Garten liebevoll an­gelegt“ und „Die Aussicht ist toll, die Zimmer sind schnu­ckelig und jedes hat seinen ei­genen Charme“ hin.

Hoch im Kurs bei Ruhe­suchenden stehen auch die beiden Forsthäuschen „Stil­les Glück“ in Windeck – mit Sauna und Kaminofen, in romantischer Lage, direkt in der Nisterschleife. „Von hier genießt man einen traumhaf­ten Blick auf den Fluss – zu jeder Jahreszeit“, schwärmen Martina Semmler und Frank Schrötter von diesem Ort. Er gehört mit zu ihrem Gesamt­projekt „Schöne Bleiben“, das insgesamt sieben magi­sche Orte in und um Windeck umfasst. „Das sanfte Plät­schern des Flusses vermittelt Ruhe und ,stilles Glück‘.“

 

 

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