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Seminar zur Glaubensinformation in Rhöndorf


Religionsunterricht für Erwachsene

„Ich möchte verstehen, was ich glaube!“ heißt ein Seminar zur Glaubensinformation, das Herbert Breuer aus Bad Honnef-Rhöndorf derzeit bereits zum fünften Mal durchführt. Der aus 35 Veranstaltungen bestehende Religionsunterricht für Erwachsene findet in einem Zeitraum von dreieinhalb Jahren, das heißt sieben Semestern, statt.

Old cross on a brown wood background

Erstmals angeboten hat Pfarrer Herbert Breuer das Seminar im Jahre 1998. „In unserer Kirche finden alle vier bis fünf Jahre bischöfliche Visitationen statt. Weihbischof Norbert Trelle war da und wir haben eine große Schlusskonferenz gehabt“, erinnert er sich. „Da haben dann Firmkatecheten aus Ittenbach gesagt: ‚Hören Sie mal, wir sind ja keine Theologen und die jungen Leute stellen uns Fragen, da können wir überhaupt nichts zu sagen. Wir müssen unbedingt Religionsunterricht für Erwachsene machen.’“ Als der Weihbischof daraufhin in die Runde fragte, ob denn jemand da sei, der so was veranstalten könne, meldete sich der heute 75-jährige Breuer. „Ich habe gesagt: ‚Ich bin gerne bereit das zu machen, weil ich der Ansicht bin, dass man ohne Wissen auch keine religiösen Erfahrungen machen kann.’“

Dr. Herbert Breuer mit Freunden

Bereits seit dem Jahre 1998 bietet Herbert Breuer das Seminar in Bad Honnef-Rhöndorf an. Der 75-Jährige ist der Ansicht, dass man ohne Wissen auch keine religiösen Erfahrungen machen kann.
Bild: Fotolia/ merydolla

Die Teilnehmer sind „lauter engagierte Gemeindemitglieder, die aus Interesse an der Sache kommen“. „Es geht mir darum, dass eine intellektuelle Plausibilität entsteht. Und darum, dass die Leute nicht mehr sagen: ‚Boah, ich bin ja nicht blöd, ich kann nicht glauben’“, sagt Breuer. „Das ist ja heute so eine Idee, dass man denkt: ‚Ich muss, wenn ich glaube, meinen Verstand abgeben.’“

Pro Jahr finden im Rahmen des Seminars etwa neun bis zehn montägliche Veranstaltungen im Pfarrheim St. Mariä Heimsuchung in Rhöndorf statt. Die von 20 bis 22.15 Uhr angesetzten Treffen sind jeweils einem Thema gewidmet. „Ich habe das gern, wenn wir ins Gespräch kommen, aber da die Informationsdefizite auf der Zuhörerseite so groß und die Themen so umfangreich sind, dass man sehr ökonomisch arbeiten muss, habe ich natürlich sehr viele Redeanteile“, erklärt Herbert Breuer, der als Priester des Erzbistums beruflich im Schuldienst gewesen ist. Zu allen Veranstaltungen erhalten die Teilnehmer von ihm einen Lehrbrief, der als Ergebnissicherung dient und passende Materialien enthält.

„Viele nehmen ganz gewissenhaft an allen Veranstaltungen teil“, weiß Breuer. „Das sind die, die richtig Feuer gefangen haben.“ Trotzdem schwankt die Teilnehmerzahl zwischen 30 und 50 Personen. Der Großteil der „Glaubenskursisten“ ist über 50 Jahre alt. „Es sind aber auch vereinzelt jüngere Leute dabei, die so Anfang 30 sind, die ich auch früher aus der Jugendarbeit kenne“, erzählt Breuer. „Ein junges Ehepaar hat diesen Kurs zweimal gemacht.“ Eine weitere Teilnehmerin ist sogar von Anfang an dabei, nimmt derzeit also zum fünften Mal teil.

„Was man im Religionsunterricht als Jugendlicher gelernt hat, das reicht alles nicht mehr aus“, sagt Herbert Breuer, der jedoch vor hat, das Seminar nach Abschluss der fünften Runde im ersten Halbjahr 2017 altersbedingt nicht mehr weiterzuführen. „Wir sind in der katholischen Theologie auf dem neuesten Stand. Das hat sich nur noch nicht bis zu den Bischofsetagen und nach Rom weitergesprochen. Die Fragen der Geburtenregelung, Sexualethik, vorehelichen Beziehung, geschieden und wieder verheiratet, dafür gibt es in unserer Theologie und in der Pastoral lauter für unsere Zeit überzeugende Problemlösungen.“ (eg)

 

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