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Foto-Experten geben Tipps


Rezepte für ein perfekt angerichtetes Foto

In ihren Workshops auf der Photo+Adventure, dem Messe-Event für Fotografie, Reise und Outdoor am 13. und 14. Juni in Duisburg, offenbaren die Referenten unzählige Tricks und geben wertvolle Tipps für perfekte Fotos. Ein paar Rezepte ließen sich die Foto-Profis schon vorab entlocken.

preparing food

Wie beim Kochen machen auch beim Fotografieren manchmal kleine Details den großen Unterschied aus.
Bild: Fotolia

Anfängern rät Michael Jordan, sich mit den technischen Möglichkeiten ihrer Kamera zu beschäftigen. Für die unendlichen Möglichkeiten der Bildbearbeitung gibt er den Tipp: Die einzelnen Bearbeitungsschritte aufheben und am nächsten Tag die verschiedenen Versionen noch einmal anschauen. Der Vergleich ist hilfreich, um Entscheidungsstrategien einzuüben, wann es genug ist. „Das ist wie beim Kochen, da hört man auch irgendwann auf zu würzen.“ Wichtig: Vor lauter Begeisterung über die technischen Möglichkeiten sollte man nicht das Bild aus den Augen verlieren und sich fragen: was will ich zeigen?

Ohne Schatten schmeckt es fad

Christian Kuhlmann lässt seine Bilder räumlicher wirken, indem er mit Überlappungen arbeitet, jemanden oder etwas vor- oder hintereinander stehen lässt. Außerdem: Die Perspektive wahren. Stürzende Linien miteinbeziehen, wie etwa Eisenbahnschienen, die am Horizont zusammenlaufen. Das Wichtigste sei der Schatten. „Etwas, das Schatten wirft, muss dreidimensional sein“, sagt der Experte. Deshalb rät er von frontalem Licht ab. Das mache Objekte flach. Sobald aber Licht von der Seite komme, wirke das Motiv plastischer.

Viel wichtiger als die Technik ist laut Hans-Peter Schaub, sich Zeit für das Motiv zu nehmen, es von allen Seiten zu betrachten und sich zu überlegen, wie man es in der Kamera am besten einfangen kann. Geht man ganz nah ran an das Gänseblümchen oder fotografiert man es von oben? Eine halbe Stunde Zeit für ein Objekt müsse man sich da schon mal nehmen, um alles herauszuziehen. Fast Food ist für den Chef-Redakteur der Naturfoto also ein No-Go. Um Tiere zu fotografieren sollte man sich zudem mit ihrem Lebensraum und ihrem Verhalten auskennen. Vor dem Foto steht also die Recherche und Beobachtung: Zu welcher Tageszeit fliegen Gänse oder Enten in welche Richtung? Welche Lichtverhältnisse herrschen dann? Um Landschaften in einem ungewöhnlichen Licht zu fotografieren, gehe man am besten bei schlechtem Wetter oder zur Dämmerung raus.

Ganz wichtig für ein gutes Porträtfoto ist die Beleuchtung. Laut Thomas Adorff geht es auch mit einfachen Mitteln. Etwa könne man eine Styroporplatte als Aufheller und Reflexionsfläche nutzen. Um tolle Effekte ohne aufwändige PC-Nachbearbeitung zu erreichen, genüge es auch, durch Glasscheiben oder CD-Hüllen zu fotografieren oder durch verschiedene Objekte hindurch zu blitzen, schlägt Adorff vor. Auch das Fotografieren bei Nacht berge viele interessante Effekte und Lichtreflexionen. Für die Porträtfotografie im Freien rät der Experte: Das Model nicht in die pralle Sonne stellen, sondern lieber im Schatten positionieren und zwar so, dass kein Sonnenlicht durchblitzen kann. Generell empfiehlt er Anfängern, auch einmal vom Standard-Rezept abzuweichen und den Mut zu haben neue Dinge auszuprobieren.

Der Koch ist wichtiger als der Topf

Das wichtigste, um gut im Fotografieren zu werden, ist Übung, sagt Jochen Kohl. Also die Kamera, wenn möglich, immer dabei haben und einfach machen. „Man muss weg von dem Gedanken ‚ich brauche teures Equipment‘“, sagt Kohl. So könne auch ein Handy-Bild ein gutes Bild werden. Es kommt halt auf den Koch an, und nicht auf den Topf. Ab und zu sollte man sich zudem den Luxus gönnen, ein Bild auf Papier zu bringen, weil das ganz anders wirke als auf dem Monitor.

 

 

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