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Breitbandversorgung


Schnelles Internet immer wichtiger

Der Zugang zu schnellem Internet ist heute wichtiger denn je. Für Kommunen ist die flächendeckende Breitbandversorgung mittlerweile zu einem bedeutenden Standortfaktor geworden. Doch wie sieht es in Sachen schnelles Internet in der RWN-Region aus?

Bundesminister Alexander Dobrindt (links) übergab einen Förderbescheid zum Breitbandausbau an den Beigeordnete des Kreises Neuwied, Werner Wittlich (rechts), und den CDU-Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel.
Bild: Rüddel

Die drei Landkreise Neuwied, Rhein-Sieg und Altenkirchen sehen sich bei Breitbandversorgung recht gut aufgestellt. „In der Vergangenheit wurde sowohl durch den marktgetriebenen Eigenausbau der Telekommunikationsunternehmen wie auch durch GAK-Förderverfahren eine Grundversorgung in den meisten Teilen des Rhein-Sieg-Kreises mit 16 Mbit pro Sekunde sichergestellt“, teilt Rita Lorenz, Pressereferentin der Verwaltung des Rhein-Sieg-Kreises auf RWN-Anfrage mit. „Laut den Daten von Breitband.NRW sind bereits 85,2 Prozent der Haushalte und Betriebe im Rhein-Sieg-Kreis mit mindestens 16 Mbit pro Sekunde versorgt. Aber erst 66,4 Prozent der Haushalte und Betriebe erhalten zurzeit mindestens 50 Mbit pro Sekunde.“

Um den Kreis zukunftssicher mit schnellen Internetverbindungen zu versorgen, seien Fördergelder beim Bund und beim Land NRW beantragt worden. „So können nun auch meist ländliche Gebiete ausgebaut werden, die sich in einem Eigenausbau für die Telekommunikationsunternehmen wirtschaftlich nicht darstellen lassen“, teilt Lorenz weiter mit.

So sei der Rhein-Sieg-Kreis einer der ersten Landkreise in NRW gewesen, die am Breitbandförderprogramm des Bundes und des Landes mit Erfolg teilgenommen haben. „Hier konnten insgesamt 19 Millionen Euro an Fördermitteln eingeworben werden“, so die Pressereferentin der Kreisverwaltung. Mit diesen Fördermitteln soll in den kommenden zwei Jahren im Rhein-Sieg-Kreis die Versorgung mit schnellem Internet mit 50 Mbit pro Sekunde ausgebaut werden.

Im Kreis Neuwied gab es indes schon im Juli 2015 einen Grundsatzbeschluss des Kreisausschusses, den bedarfsgerechten Ausbau der Breitbandversorgung zusammen mit den Städten und Gemeinden im gesamten Kreisgebiet voranzutreiben und die unterversorgten Gebiete mit schnellem Internet zu versorgen. Damit hat der Kreistag 2016 die Deutsche Telekom beauftragt.

260 Kilometer Glasfaserkabel

Von den etwa 81.800 Haushalten des Kreises sind oder werden noch rund 71.000 Haushalte auf Kosten von Netzanbietern erschlossen. Die übrigen in insgesamt 41 Gemeinden liegenden unterversorgten Haushalte sowie etwa 2000 Gewerbebetriebe sollen jetzt mit einer Bandbreite von 30 bis zu 100 Mbit pro Sekunde im Download erschlossen werden.

Damit werden nach Abschluss der Arbeiten 99,4 Prozent aller Anschlüsse im Kreis Neuwied breitbandfähig aufgerüstet sein, teilt die Kreisverwaltung mit. „Dies ist Zukunftssicherung und in einem insgesamt ländlich geprägten Landkreis wie unserem überlebenswichtig“, so der scheidende Neuwieder Landrat Rainer Kaul (SPD).

Die Kosten für den Ausbau des schnellen Internets in den unterversorgten Gebieten, bei dem rund 260 Kilometer Glasfaserkabel neu verlegt werden müssen, betragen etwa 11,2 Millionen Euro. Der Bund und das Land Rheinland-Pfalz übernehmen davon zusammen 90 Prozent der Kosten. Erst kürzlich übergab der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, die ersten Förderbescheide für Mittel aus dem milliardenschweren Bundesförderprogramm.

Für den Kreis Neuwied nahm der Kreisbeigeordnete Werner Wittlich (CDU) den Förderbescheid von 50.000 Euro in Empfang. Mit ihm freute sich der Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel (CDU) über die Förderung. Rüddel sagte zu, sich auch weiterhin in Berlin für Fördermittel einzusetzen. Zudem erklärte er, dass Freifunk eine weitere Lösung für schnelles Internet in der ländlichen Region sein könnte. Das Ausbauprojekt im Kreis Neuwied soll übrigens Ende September 2018 beendet sein.

Seit dem Jahr 2010 hat sich in Sachen Breitbandausbau auch im Kreis Altenkirchen viel getan. Es wurden zahlreiche Ausbauprojekte vom Kreis und den Verbandsgemeinden umgesetzt. „Das Thema Breitbandausbau ist kein Projekt mit einem Anfang und einem Ende. Vielmehr handelt es sich um eine laufende Infrastrukturaufgabe, bei der es Jahr für Jahr Weiterentwicklungen gibt‘‘, so Tim Kraft, Leiter der Wirtschaftsförderung des Kreises Altenkirchen.

Noch kein „grünes Licht“ aus Berlin

Daher hat sich die Wirtschaftsförderung des Kreises Altenkirchen gemeinsam mit den Verbandsgemeinden in den Jahren 2015 und 2016 auf den Weg gemacht, eine kreisweite Ausschreibung durchzuführen und Fördermittel von Bund und Land zu erhalten. Das Ziel: Die Glasfaserkabel weiter in die Fläche im gesamten Kreisgebiet zu bekommen. Vor einigen Monaten erhielt der Kreis dann die Zusage der Millionenförderung durch Bund und Land.

Die ersten Bauarbeiten sollen im ersten Quartal 2017 starten. Es wird allerdings noch auf „grünes Licht“ aus Berlin gewartet, teilt Kraft weiter mit. Durch den anvisierten Breitbandausbau sollen dann im Kreis Altenkirchen Bandbreiten bis 100 Mbit pro Sekunde erreicht werden. (msc)

 

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