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Interview mit Puppenspieler Roger Brink


„Schön, wenn man in staunende Augen sieht“

Roger Brink ist Puppenspieler aus Leidenschaft. Mit Ro-Bis Puppenbühne und Kasper & Co. sorgt er für gute Laune bei Jung und Alt. Im Vorfeld seiner traditionellen Aufführungen in den Vorteil-Centern am 28. November in Unkel und 12. Dezember in Asbach, jeweils um 11, 13 und 15 Uhr, erzählt er im Gespräch mit RWN, wie er Puppenspieler geworden ist, was ihn begeistert und was ihm in seiner langen Karriere gut in Erinnerung geblieben ist.

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Der Kasper kommt nach Asbach und Unkel.
Bild: Archiv

Wie sind Sie zum Puppenspielen gekommen?

Brink: Es fing damit an, dass ich schon über 30 Jahre als Bauchredner und Zauberer arbeite. Dabei wurde ich des Öfteren gefragt, ob wir auch für Kinder eine Bauchrednershow machen. Doch mein Programm war mehr etwas für Erwachsene. Daher haben meine Frau und ich eines Abends überlegt, was wir für Kinder anbieten können. So kamen wir auf das Puppentheater.

Kurz darauf ging die Arbeit los. Wir haben Puppen gebastelt, die Bühne gebaut, Kulissen gemalt – sogar die Stücke haben wir selbst geschrieben, die wir dann auch zusammen gespielt haben. Leider ist meine Frau vor sieben Jahren gestorben, sodass ich von da an alleine spielen musste.

 

Wie ist es denn heute für Sie persönlich, vor Kindern aufzutreten?

Brink: Es ist einfach schön, vor Kindern zu arbeiten. Wenn man manchmal in deren staunende Augen sieht…

Wenn ich spiele, kann ich die Kinder zwar nicht sehen. Doch wenn ich dann eine Aufzeichnung sehe, bin ich manchmal selbst erstaunt. Die Kinder nehmen es sehr ernst und die Puppen leben. Das ältere Publikum sieht es etwas nüchterner, doch genauso gerne.

 

Sie beziehen Ihr Publikum sehr stark mit ein. Schauen Sie sich die Zuschauer vor der Vorstellung an, um zu wissen, mit wem Sie es zu tun haben?

Brink: Ja, manchmal schaue ich, wer sitzt da vorne.

 

Sie arbeiten mit großen Handpuppen. Ist es da nicht auch körperlich anstrengend beziehungsweise wird Ihr Arm nicht müde, wenn Sie die Puppen hoch halten müssen?

Brink: Manchmal schon, beispielsweise wenn eine Puppe längere Zeit auf der Bühne ist. Doch das Wichtigste ist, dass die Stimme durchhält. Denn bei drei mal 30 Minuten mit verschiedenen Stimmen das ist schon anstrengend.

 

Haben Sie auch eine Lieblingspuppe?

Brink: Nicht wirklich, denn jede hat ihren eigenen Charakter.

 

Woher nehmen Sie die Inspiration für neue Stücke?

Brink: Manchmal fällt mir vor dem Schlafengehen im Bett etwas ein, dann mache ich mir Notizen. Ich habe immer einen Zettel neben dem Bett liegen. So habe ich es auch immer für meine Bauchrednershow gemacht. Bei Märchen ist es immer leichter weil ich dann eine Vorlage habe. In diesem Jahr neu ist „Der gestiefelte Kater“.

 

Wenn Sie zurückblicken – Welcher Auftritt ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben und warum?

Brink: Es gibt so einige Begebenheiten, die man nicht so schnell vergessen kann. Es ist auch ein Unterschied ob wir im Ruhrgebiet oder im Rheinland spielen. Die Kinder sind sehr verschieden. Im Ruhrgebiet wird schon mal gerufen, ‚mach ihn alle, mach ihn kaputt‘. Das gibt es im Rheinland nicht.

Da fällt mir ein: Wir arbeiten seit vielen Jahren Weihnachten im Hotel Petersberg in Königswinter. Im letzten Jahr spielten wir das Stück „Die Wunschlaterne“. Als die Hexe den Kasper verzaubern wollte, hörte ich ein Mädchen rufen, ‚das finde ich aber nicht korrekt‘. Da muss man schon aufpassen, dass man hinter der Bühne keinen Lachkrampf bekommt.

 

Was ist für Sie das schönste an Ihrem Beruf?

Brink: Es ist immer wieder eine Herausforderung, denn jedes Publikum ist anders. Aber es macht großen Spaß mit Menschen, ob Kindern oder Erwachsenen, zu arbeiten.

 

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