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Schöne Aussicht 17

Von Schönaich in Baden-Württemberg bis Schönwölkau in Sachsen: Das deutsche Ortsregister führt 40 unterschiedliche Namen auf, die ein „Schön“ garantieren. Im RWN-Land sind gleich zwei solcher Gemeinden zu finden. Warum die nur zehn Luftkilometer auseinanderliegende Ortsgemeinde Schöneberg im Landkreis Altenkirchen und ein Ortsteil in der Ortsgemeinde Asbach den gleichen Namen tragen, ist zwar nicht überliefert. Doch die Vermutung liegt nahe, dass es hier besonders reizvoll war, sich niederzulassen und das auch namentlich hervorzuheben.

Ihrem Namen alle Ehre macht auch die Straße „Schönblick“ in Puderbbach.
Bild: H. Enders

Während die älteste Urkunde über den Ort Schöneberg, die „ecclesiam de Shoninberch“, aus dem Jahr 1240 datiert, wird der älteste bekannte Hof im heutigen Asbacher Ortsteil 1418 erstmals urkundlich unter der Fahne der „Honnschaft Schöneberg“ erwähnt. Heute leben hier gut 250 Einwohner, in der etwas größeren Westerwald-Gemeinde fühlen sich nach der letzten Zählung 396 Menschen heimisch und wohl.

Da stört es selbst alteingesessene Familien nicht, dass das „schön“ in keinem Straßenzug auftaucht. Das bleibt anderen Ortschaften im RWN-Land vorbehalten. In Asbach macht etwa oberhalb des Peeser Flößchens und des „Asbachs die 75 Meter lange Sackgasse „Im Schönblick“ ihrem Namen alle Ehre.

Der „Schönblick“ in all seinen Variationen dominiert übrigens im RWN-Verbreitungsgebiet die Liste unter allen Straßennamen mit ästhetischen Anspruch. In der Regel wird den Bewohnern auch das geboten, was das Prädikat verspricht – ganz gleich ob in Puderbach, Hamm, Hennef, Windhagen, Bad Hönningen oder Bad Honnef. Wer diesen Straßenzug im „Nizza am Rhein“ als Ziel hatte, sollte jedoch ganz genau hinschauen. „Im Schönblick“ ist im Stadtteil Rottbitze zu finden, „Am Schönblick“ zentrumsnah mit Blick auf den Rhein.

Die Exklusivität dieses Straßennamens spiegelt sich übrigens in der Länge beziehungsweise Kürze wider. Nur ein einziges Mal kommt der „Schönblick“ nach Messungen des Straßenverzeichnis Deutschlandblick über 130 Meter hinaus – in Rottbitze. Hier kam man auf insgesamt 486 Metern in besten Panoramen schwelgen. Apropos „Schöne Aussicht“:  Mit diesem Namen haben Stadtväter und Gemeinderäte in Vettelschoß, Bad Honnef, Eitorf und Windeck jeweils eine ihrer begehrten Häuserreihen ausgezeichnet – auch hier liegt die Würze in der Kürze.

Wohin der „Schönecker Weg“ und die „Schönenbacher Straße“ in Windeck beziehungsweise die „Schönenberger Straße“ in Eitorf oder der „Schöntalweg“ in Hennef führen, dürfte selbst Ortsunkundigen recht schnell klar werden.

Dass es den Straßennamen „Zur Verschönerung“ außer in Linz am Rhein in keinem anderen Ort in Deutschland gibt, dürfte jedoch nur wenigen bekannt sein. Ein informativer Waldlehrpfad mit dem seltenen Hirschzungenfarn entlang des Altwiesbachs krönt diesen Weg. Auf ähnlichen Pfaden kann man im RWN-Land zudem noch auf dem 1013 Meter langen „Verschönerungsweg“ in Königswinter wandeln. (imr)

 

 

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