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Beweidungsprojekt mit Hochlandrindern am Wahler Bach bei Asbach


Schotten pflegen die Landschaft

Rinder, die in ausgewählten Biotopen die Landschaft pflegen, sind für den Naturschutz wichtig. Auch in der RWN-Region gibt es mehrere sogenannte Beweidungsprojekte. Beispielsweise das im Wahler Bachtal bei Asbach, das vom Arbeitskreis für Natur- und Umweltschutz Asbacher Land initiiert worden ist.

Schottische Hochlandrinder grasen seit 2014 am Ufer des Wahler Bachs bei Asbach. Sie übernehmen eine wichtige Funktion für den Naturschutz.
Bild: Privat

Schottische Hochlandrinder, die zu Europas ältesten Haustierrassen zählen, weiden seit 2014 auf einer etwa sieben Hektar großen Fläche am Wahler Bach bei Asbach. Derzeit sind es sechs zottelige Tiere der robusten und gutmütigen Rinderart, doch in den kommenden Monaten wird Nachwuchs bei der Herde erwartet.

„Die Tiere fressen Disteln, Binsen und auch Pflanzen, die eigentlich gar nicht bei uns heimisch sind wie das Springkraut oder der Japanische Knöterich“, berichtet Heinz Klein vom Arbeitskreis für Natur- und Umweltschutz Asbacher Land (Anual). „So dämmen die Hochlandrinder deren ungehinderte Verbreitung ein und sorgen außerdem dafür, dass die Landschaft nicht verbuscht.“ Dadurch bleibe eine große Artenvielfalt in dem Biotop erhalten. Zudem seien die friedlichen „Highländer“ nur halb so schwer wie heimische Rinderrassen und damit besser für das sumpfige Gebiet am Bachufer geeignet, da sie so weniger Trittschäden verursachen.

Doch bis es soweit war, dass die Hochlandrinder im Asbacher Land die Landschaft pflegen konnten, war viel Zeit und Vorbereitung notwendig. Bereits 1998 hatte der heute knapp 450 Mitglieder zählende Verein „Anual“ den ökologischen Wert des Wahler Bachtals erkannt und die ersten Feuchtwiesen mit finanzieller Unterstützung der „Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz“ erworben und in den Folgejahren um weitere Flächen ergänzt. Schließlich wurde dieses Land gemeinsam mit Ausgleichsflächen des Landkreises Neuwied sowie der Ortsgemeinde Asbach zu dem Beweidungsprojekt Wahler Bachtal zusammengefasst.

Bevor dort schließlich die schottischen Hochlandrinder des Bio-Landwirts Thomas Wilsberg aus Asbach-Oberplag, der übrigens auch „Partnerbetrieb Naturschutz“ des Landes Rheinland-Pfalz ist, weiden konnten, mussten Mitglieder des Vereins „Anual“ erst einmal das Gelände von alten Stacheldrahtzäunen befreien und einen neuen Weidezaun errichten. „Wir sind froh, dass wir Thomas Wilsberg mit seinen Rindern als Partner für unser Beweidungsprojekt gewinnen konnten“, erklärt Heinz Klein und fügt hinzu: „Ein Traum wäre es, wenn wir die Fläche noch vergrößern könnten.“

Die von den schottischen Hochlandrindern gepflegten Flächen im Wahler Bachtal können auch von Besuchern auf Wanderwegen erkundet werden. So erhalten sie einen Eindruck von gelebtem Naturschutz.

Ein ähnliches Beweidungsprojekt ist übrigens auch im Grenzbachtal bei Burglahr zu finden. Dort pflegen Heckrinder die Landschaft. Weitere Informationen zum Beweidungsprojekt Wahler Bachtal gibt es auch im Internet unter www.anual-ev.de. (msc)

 

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