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Marken des Alltags: Henkel


Selbermachen – selbstklebend!

Wer an den Düsseldorfer Konzern Henkel denkt, der hat vor allem dessen Sparte Wasch- und Reinigungsmittel vor Augen, zu der Marken wie Persil oder Pril gehören. Der Unternehmensbereich Kosmetik/Körperpflege darf sich seit der Schwarzkopf-Übernahme 1995 mit prominenten Labels wie Schauma oder Taft schmücken. Doch im dritten Geschäftsfeld, Adhesive Technologies genannt, ist Henkel Weltmarktführer.

Bei Klebstoffen unter verschiedenen Markennamen, Kleister oder dem Pritt-Stift ist der Düsseldorfer Konzern Henkel Weltmarktführer.
Bilder: Henkel

Nachdem das Unternehmen schon seit 1907 großen Erfolg mit dem selbsttätigen Waschmittel Persil gehabt hatte, begann man 1922 mit der Entwicklung von Klebstoffen. Der Grund hierfür war nicht etwa die Schaffung eines zweiten unternehmerischen Standbeines, um Schwankungen im Waschmittelgeschäft auszugleichen, sondern schlicht ein drohender Lieferengpass beim Klebstoff, der zur Etikettierung der Waschmittelpakete verwendet wurde.

Im Jahr darauf, am 22. Juni 1923, verließ die erste Klebstofflieferung für einen externen Kunden das Düsseldorfer Gelände. Neben der Verpackungsindustrie eroberte man noch im selben Jahr den Markt für Tapezierer- und Malerbedarf: Der erste Henkel-Tapetenkleister wurde Tapa getauft und basierte – wie damals üblich – auf dem Rohstoff Kartoffelmehl.

Ab 1925 produzierte man neben dem Tapetenkleister auch Holzleim – allerdings noch nicht als Markenartikel. Ein bedeutender Schritt nach vorn gelang der Henkel-Forschung 1935, als mit Zellulose ein weiterer Kleister-Grundstoff neben der Kartoffelstärke eingesetzt wurde. Das erste nach dem neuen Verfahren hergestellte Produkt war 1936 der Zell-Kleister, der einen großen Markterfolg verbuchen konnte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg präsentierte man eine neue Kleister-Rezeptur, die 1953 unter der Marke Metylan eingeführt wurde. Der Rohstoff Methylzellulose war Namensgeber. Inzwischen verarbeiten nicht nur rund 75 Prozent der deutschen Maler das Produkt – auch für ambitionierte Selbermacher wird das Tapezieren mit Metylan zum Kinderspiel, wenn sie die Hinweise auf der Packung beachten. Zudem kann es auch nicht schaden, sich die Tipps auf der Markenseite im Internet anzusehen.

Mit dem ersten kalthärtenden (in Eimer abgefüllten) Kontaktkleber Pattex bediente Henkel 1956 zunächst nur das Schuhmacherhandwerk. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Schuster ihren Klebstoff erhitzen müssen, bevor sie ihn verarbeiten konnten. Das neue Produkt dagegen konnte problemlos bei Raumtemperatur angewendet werden. Zwei Jahre später gab es Pattex auch in Dosen und Tuben, sodass der Kleber nicht mehr nur dem Handwerk und der Holzverarbeitungsbranche, sondern auch dem Do-it-yourselfler zur Verfügung stand.

Die Möbelindustrie zählte 1959 neben dem Schreinerhandwerk dann auch zu den ersten Abnehmern des neu eingeführten weißen Marken-Holzleims Ponal, der auch für Karton, Filz und Schichtpressstoffe geeignet ist. Bald war Ponal ebenfalls für Heimwerker erhältlich.

Und weitere zehn Jahre später, 1969, erfand Henkel – inspiriert vom Vorbild des Lippenstifts – den weltweit ersten Klebestift: Pritt. Er setzte sich bei kleinen und großen Bastlern derart durch, dass schon mehr als eine Milliarde Pritt-Stifte in 121 Ländern der Erde verkauft wurden.

Bei näherer Betrachtung haben die vier Marken übrigens eine Gemeinsamkeit: Das Logo mit dem Pfeil nach oben. Und alle vier zusammen bieten für beinahe jedes Klebeproblem das passende Do-it-yourself-Produkt. Unter www.youjustdo.de finden Heimwerker Inspiration. (cm)

 

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