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Marken des Alltags: Fujifilm


Single 8 versus Super 8

Das japanische Unternehmen Fujifilm war jahrzehntelang nicht nur für den analogen Fotofilm bekannt, sondern auch für seinen 8-Millimeter-Schmalfilm „Single 8“. Dieser wurde in Japan Marktführer, aber hierzulande setzte sich das Kodak-Filmformat „Super 8“ durch. Heute schlummern kistenweise alte Super-8-Spulen in Kellern und auf Dachböden – und warten darauf, die 1960er und 70er wieder lebendig werden zu lassen.

Bild: fujifilm

Fujifilm wurde am 20. Januar 1934 als Fuji Photo Film Co., Ltd. gegründet. Der Firmenname bezieht sich auf den gleichnamigen Vulkan, der zugleich der höchste Berg Japans ist. Er zierte auch das erste Markenlogo des Unternehmens. Die Gründung erfolgte auf Basis eines Plans der japanischen Regierung zum Aufbau einer Fotofilm-Industrie. Diesen Geschäftsbereich übernahm das neue Unternehmen von der Dainippon Celluloid Co., Ltd. Im Februar wurde die Produktion von Fotofilmen, Fotopapier und anderen Fotomaterialien aufgenommen.

Im Jahr 1936 brachte Fujifilm seinen ersten Röntgenfilm auf den Markt und begründete damit den neuen Unternehmensbereich Medizintechnik. 1944 wurde die Fuji Photo Optical Co., Ltd.  gegründet: Das Unternehmen produzierte fortan auch optisches Glas für Objektive und Ferngläser. 1948 nahm man mit der Fujica Six die Produktion von Kameras auf. Der Markenname setzt sich wie bei Leica (Leitz Camera) aus in Fuji und Camera zusammen.

Im Jahre 1959 begann Fujifilm zusammen mit japanischen Kameraherstellern sowie Wettbewerbern wie Agfa und Kodak einen Ersatz für den 8-mm-Spulenfilm zu entwickeln. Man wollte spätestens zu den Olympischen Spielen von Tokio 1964 eine standardisierte Filmkassette auf den Markt bringen. Doch Kodak verließ die Gruppe und präsentierte das Super-8-System. Fuji stellte eine eigene, nicht mit Kodak kompatible Kassette vor: Single 8. Diese war den Super-8-Kassetten überlegen, da sie sich vor- und zurückspulen ließen und auch Doppelbelichtungen sowie Überblendungen möglich waren. Auch das verwendete Material – der temperaturbeständige und reißfeste Polyesterfilm – war fortschrittlicher als das von Kodak eingesetzte Azetat. Nachdem zunächst die japanischen Hersteller Kameras für das Single-8-System gebaut hatten, folgte 1965 Agfa. Zwar setzte sich Super 8 letztlich durch, doch Fuji blieb seiner Erfindung treu und verkauft den Single-8-Film „Fujichrome“ in Japan bis heute.

Nachdem bereits 1962 die Fuji Xerox Co. Ltd. als Joint Venture von Fuji und Rank Xerox gegründet worden war, um Drucker zu produzieren, wurde das Europageschäft ab 1966 durch die Fuji Photo Film GmbH in Düsseldorf geleitet. Hauptproduktionsstandort war ab 1982 die in den Niederlanden ansässige Fuji Photo Film B.V.

Heute gliedert sich das Unternehmen Fujifilm in die Kernbereiche Imaging Solutions (Kameras, Film, Papier, Bilderservice), Information Solutions (grafische und medizinische Systeme) sowie Document Solutions (Kopierer, Digitaldruck).

Zwei interessante Modelle stellte Fujifilm 2017 vor: Die GFX 50S, eine Mittelformatkamera, die sich an Profis und ambitionierte Fotoenthusiasten richtet, sowie die Hybrid-Kamera instax Square SQ10 und den instax Square Sofortbildfilm. Diese Serie verbindet die Vorteile der Sofortbildkamera mit denen der Digitalfotografie und befeuert den weltweiten Hype rund um die Sofortbildfotografie.

Übrigens: Bei Medimax gibt es einen Fujifilm-Automaten, an dem man sich seine Bilder auf Fotopapier ausdrucken lassen kann. (cm)

 

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