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Die RWN-Medienschule: Eltern sollten wachsam sein


So nutzt die Jugend das Netz

Das Smartphone ist immer dabei, Emojis und Video-Schnipsel sind das neue Telefonieren und Youtube-Stars die größten Idole: Kinder und Jugendliche in Deutschland sind immer früher, immer länger und immer mobiler im Netz unterwegs. Das birgt auch Gefahren.

Rund die Hälfte der  Sechs- bis Siebenjährigen nutzen heutzutage zumindest gelegentlich das Internet, im Schnitt 39 Minuten täglich. Ähnlich sieht die Entwicklung bei den Acht- bis Neunjährigen aus. Hier haben bereits vier von fünf Kindern online Erfahrungen gesammelt.

Deutlich öfter als noch vor drei Jahren nutzen Kinder und Jugendliche dabei Smartphones und Tablets, oft sogar die eigenen. Spätestens ab einem Alter von zwölf Jahren gehören diese Geräte für fast alle Jugendlichen zur Standardausstattung.

„Der Medien- und Internetkonsum von Kindern und Jugendlichen wird immer mobiler. Ins Internet ‚zu gehen‘ ist den Kindern von heute völlig fremd, sie sind ‚always on‘ – egal wo und egal wann“, sagte Bitkom-Vizepräsident Achim Berg bei der Vorstellung einer Studie, für die 926 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren befragt wurden. „Die Generation Z ist nun die erste Altersgruppe, die vom Kindesalter an mit digitalen Technologien aufwächst.“

Das Smartphone wird bereits von den Jüngsten als mobiler Alleskönner eingesetzt. 88 Prozent nutzen es zum Telefonieren, es folgen Musik hören, Messenger, Kamera und Internet sowie andere Anwendungen. Mehr als jeder Zweite sagt, dass er sich ein Leben ohne Handy nicht vorstellen kann. Allerdings ist das Smartphone in Familien auch Grund zur Diskussion. 26 Prozent der Smartphone-Nutzer im Alter von zehn bis 18 Jahren gaben an, dass es zu Hause oft Streit gebe, weil das Handy zu viel genutzt wird. Im Gegensatz zum Smartphone werden stationäre und sperrigere Geräte wie Computer und Laptop immer unbeliebter, auch der Fernseher befindet sich auf dem Rückzug.

Bei den sozialen Netzwerken und Messengern dominiert Whatsapp quer durch alle Altersgruppen: 72 Prozent der Zehn- bis Elfjährigen nutzen den Chatdienst bereits. Bei den Jugendlichen ab 14 Jahren ist es dann beinahe jeder.

Die hohe Beliebtheit sozialer Netzwerke zeigt sich auch darin, dass bereits mehr als jeder Dritte (36 Prozent) sagt, dass der eigene Lieblingsstar ein YouTube-Star ist. Damit sind die sogenannten Social Influencer heute beliebter als Idole aus den klassischen Bereichen Sport und Schauspiel. „Die ‚Generation Z‘ schafft sich ihre eigenen Idole. Social-Media-Stars wie Sami Slimani oder Dagi Bee faszinieren Teenager und haben ein Millionenpublikum“, so Berg. „Immer öfter hören Eltern als Berufswunsch ihrer Kinder: YouTube-Star.“

Kinder nicht alleine lassen

Seine Internetaktivitäten betrachtet der Nachwuchs durchaus reflektiert. 62 Prozent geben an, dass sie darauf achten, welche persönlichen Informationen sie über sich selbst ins Netz stellen. Dazu trage „auch die aktive Einflussnahme der Eltern bei.“ Nur jeder zehnte Jugendliche sagt, dass es die Eltern nicht kümmert, was er im Internet tut. „Gerade Kinder dürfen im Internet nicht allein gelassen werden. Wichtig ist, dass Eltern ihre Kinder von Anfang an begleiten und unterstützen, indem sie gemeinsam mit ihnen in diese Welt eintauchen“, so Berg.

Informationen und Tipps vom sicheren Surfen im Web über kostenlose Jugendschutzprogramme bis hin zur Soforthilfe im akuten Mobbing-Fall bieten zahlreiche private und staatliche Initiativen. Eine Übersicht mit den wichtigsten Hinweisen für Eltern und weiterführenden Links hat der Bitkom unter http://bit.ly/ 2rCIk2K zusammengestellt. (red)

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