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Linzer Asphaltmischgut für Deutschlands Verkehrswege


So wird Basalt zum Straßenbelag

Wir sagen noch immer „Teer“ und meinen „Asphalt“, genauer: „Asphaltmischgut“. Dessen Grundstoffe sind Gesteinskörnungen und Bitumen als Bindemittel. Das Bitumen ersetzt den Teer, der wegen seiner Umweltschädlichkeit seit 1965 nicht mehr verarbeitet wird. Asphalt, genauer: Asphaltmischgut, ist vielfältig anwendbar: Bei Straßen und Autobahnen ebenso wie bei Radwegen und Brücken – und bei Trinkwasserspeichern.

Bei Arbeiten an der B42 bei Linz wurde auch Baumaterial der Basalt AG verwendet.
Bild: Basalt AG

In Deutschland sind rund 95 Prozent aller Straßen mit einer Asphaltdecke ausgestattet. Viele dieser Beläge bestehen aus Asphaltmischgut der Linzer Basalt AG,  hierzulande größter Betreiber von Hartgestein-Steinbrüchen. Die Gewinnung von Gesteinen und die Herstellung von Asphaltmischgut ist das Kerngeschäft der Basalt AG, kurz: BAG.

Auf RWN-Anfrage erklärt die BAG, wie eine typische Asphaltstraße aufgebaut ist – nämlich in vier Schichten: „Die oberen drei Schichten – die Deckschicht (4 cm), die Binderschicht (8 cm) und die Tragschicht (22 cm) – sind Asphalte. Sie bestehen im Durchschnitt zu knapp 95 Prozent aus gebrochenen Gesteinskörnungen und zu etwa fünf Prozent aus Bitumen, das heutzutage als Bindemittel genutzt wird und dem frischen Asphalt die typische schwarze Farbe verleiht.“

Das Bitumen, eine schwarze Substanz, die aus Erdöl gewonnen wird, hat im heißen, flüssigen Zustand eine starke Klebewirkung – sie verbindet die Gesteinskörnungen miteinander. Ganz unten befindet sich die etwa 34 Zentimeter dicke Frostschutzschicht, die je nach Beschaffenheit des Untergrunds aus verdichteten Gesteinsgemischen besteht – also aus 100 Prozent Gestein ohne Bindemittel.

Auf die Frage, wo die Geisteine abgebaut und schließlich eingesetzt werden, erläutert die Basalt AG: „Wir betreiben in den deutschen Mittelgebirgen zirka 85 Steinbrüche zur Gewinnung der unterschiedlichsten Gesteine von Basalt über Grauwacke bis hin zu Granit.“ Wegen der hohen Dichte an Steinbrüchen seien die Märkte „sehr lokal geprägt und haben teilweise einen Liefer-Radius von nur 50 Kilometern“. Die von der BAG abgebauten Natursteine werden also hauptsächlich im regionalen Verkehrswegebau eingesetzt – und zwar in Form von Asphalt. Kopfsteinpflaster wird in Deutschland nur noch verlegt, aber nicht mehr produziert. Die Pflastersteine kommen laut BAG-Information „aus Ländern wie der Türkei, Indien oder China und werden dort in Handarbeit hergestellt.“

Mehrere Steinbrüche in der Region

Als Vertriebsgesellschaft der Basalt AG fungiert die Basalt-Union GmbH. Über sie wird beispielsweise der Basalt aus den heimischen Steinbrüchen Hühnerberg bei Königswinter, Naak bei Kasbach und Mehrberg bei Linz-Kretzhaus vertrieben. Das Asphaltmischgut kommt unter anderem aus dem Mischwerk Nonnenberg bei Königswinter. Dieses war beispielsweise in den Jahren 2010 bis 2012 Lieferwerk bei der Fahrbahnsanierung der B42 in Linz.

Apropos Basalt AG: Sie wurde 1888 in Köln gegründet und verlegte ihren Hauptsitz 1892 nach Linz. Vorteil des neuen Standortes: Von der Verladestation am Rheinufer ließ sich das Gestein leicht verfrachten. Die BAG war bald wichtigster Arbeitgeber der Region. 1922 wurde an der Linzhausenstraße die monumentale Hauptverwaltung fertiggestellt. Die Architekturteile außen bestehen aus Basaltin, einem von der BAG produzierten Kunststein.

Heute befinden sich alle Aktien der BAG im Besitz der Wilh. Werhahn KG. Die Familie verfügte von Beginn an über eine Beteiligung und zog bereits 1896 in den Aufsichtsrat ein. (cm)

 

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