«

»

LAN-Partys im Westerwald


„Soziales Netzwerk außerhalb virtueller Welten“

Das Prinzip einer öffentlichen LAN-Party ist einfach: Man nehme einen großen Veranstaltungsraum, etwa eine Turnhalle, lade 70 bis 100 begeisterte Computer-Fans ein, schließe ihre PCs untereinander zu einem Netzwerk an und spiele ein ganzes Wochenende mit- und gegeneinander. Dabei stehen insbesondere Strategie-, Sport- und Actionspiele im Mittelpunkt.

Gamer

Zuhause allein zu zocken macht nur halb so viel Spaß. Doch die LANCommunity hat mit Vorurteilen zu kämpfen.
Bild: Fotolia/lassedesignen

Doch worin besteht die Faszination einer LAN-Party? „Wenn man sich für Computerspiele begeistern kann, macht es einfach Spaß, ein ganzes Wochenende mit anderen Spielern zu verbringen und sich mit diesen zu messen“, antwortet Christian Kasemir, Netzwerkadministrator und Organisator von LAN-Partys im Westerwald.

„Unserem Team ist es wichtig gewesen, der LAN-Community im Westerwald eine Plattform zu bieten. Insgesamt planen 14 freiwillige Helfer und Ehrenmitglieder die Treffen. Es gibt einen Sitzplan, einen Schlafbereich, aber auch ein eigenhändig organisiertes Catering und natürlich eine Kaffee-Flatrate“, lacht Kasemir.

Dabei gilt es aber grundsätzlich zwischen öffentlichen und privaten LAN-Partys zu unterscheiden. „Private LAN-Partys finden einfach im Freundeskreis statt. Meist treffen sich fünf bis zehn Jugendliche, verbinden ihre Rechner untereinander und starten ihre privaten Turniere“, erklärt Kasemir weiter. „Bei öffentlichen LAN-Partys sind aber ganz andere Kriterien einzuhalten.“

Dazu zählt zum einen die Sicherheit, aber insbesondere der Jugendschutz. „Bei Großveranstaltungen gibt es immer einen Organisator und Veranstalter. Dieser muss sich um die Sicherheit des Netzwerkes kümmern, oft stellt er Equipment zur Verfügung, aber insbesondere obliegt ihm der Jugendschutz“, weiß Kasemir aus eigener Erfahrung zu berichten.

„Nach dem Amoklauf von Erfurt wurde es sehr schwierig, öffentliche Räume anzumieten, denn LAN-Partys standen im Ruf, Gewalttaten zu provozieren. Deshalb gilt bei unseren Veranstaltungen ein Mindestalter von 18 Jahren. Anders wäre es kaum möglich, sich an alle gesetzlichen Voraussetzungen zu halten.“

Doch trotz aller Bemühungen musste das Team von Lanentertainment um Christian Kasemir die letzte Veranstaltung absagen. „Wir sind eine junge Gemeinschaft im Westerwald und hatten etwas über 50 angemeldete Teilnehmer für unsere LAN-Party im Oktober. Das reichte nicht, um die Veranstaltung zu finanzieren“, berichtet Kasemir.

Denn noch immer kämpft die Szene gegen ihren schlechten Ruf. „Das bezieht sich nicht nur auf den Westerwald. Viele Eltern reagieren besorgt, wenn ihre Kinder LAN-Partys besuchen möchten. Da hilft auch die Altersgrenze nicht viel.“

Dabei geht es in der Community um ganz andere Aspekte. „Gerade LAN-Partys mit vielen Teilnehmern schaffen auch ein soziales Netzwerk mit echten Menschen außerhalb virtueller Welten. Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Immerhin lernen sich die Spieler untereinander kennen und oft entstehen echte Freundschaften über dieses gemeinsame Hobby. Im Alleingang am heimlichen PC sind diese Begegnungen gar nicht möglich“, erläutert Kasemir. „Deshalb freuen wir uns über jede Neuanmeldung in unserem Lanentertainment-Forum.“

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.