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Marken des Alltags: Siku


Spielzeugmodelle, die Sammler zum Strahlen bringen

„Spielzeugmodelle von heute für die Autofahrer von morgen“ – so lautet der aktuelle Slogan der Firma Sieper aus Lüdenscheid im Nordwesten des Sauerlandes, besser bekannt unter dem Markennamen Siku. Doch eigentlich ist das nur die halbe Wahrheit, denn wie bei den Fruchtgummis der Firma Haribo gilt für Modellautos: „ … und Erwachsene ebenso!“ Mehr als 100.000 Deutsche sammeln Miniaturautos.

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Ein Katalogbild aus den 1950ern.

Zu Beginn der Inflationsjahre, 1921, gründete Richard Sieper in Lüdenscheid ein Gießereiunternehmen. Dieses fertigte zunächst Konsumgüterartikel wie Bestecke und Aschenbecher aus Aluminium. In den Folgejahren entwickelte und fertigte Sieper auch neue Produkte aus zu dieser Zeit weniger bekannten thermoplastischen Kunststoffen.

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Die Belegschaft der Sieper Werke 1980 vor dem damaligen Haupttor.
Bilder: Hersteller

Auf der ersten Deutschen Spielwarenfachmesse, die vom 12. bis 18. März 1950 in Nürnberg stattfand, gehörte Sieper zu den Ausstellern und zeigte dort erstmalig Spielwaren aus Kunststoff, wie beispielsweise einen Bauernhof mit Tieren. Die Produkte trugen das neue Markenzeichen Siku, das im selben Jahr angemeldet worden war. Das Akronym leitet sich aus „Sieper“ und „Kunststoffe“ ab.

Nachdem man das Siku-Spielwarensortiment in den folgenden drei Jahren weiter ausgebaut hatte, nahm Sieper 1954 die Fertigung der ersten 32 Fahrzeugmodelle aus Kunststoff auf. Im Gegensatz zum damaligen Wettbewerber Wiking, der Fahrzeuge im Maßstab der H0-Modelleisenbahnen herstellte, bot Siku die sogenannte Plastik-V-Serie im größeren Maßstab 1:60 an. Im Jahre 1959 wurden zusätzlich die ersten 20 Flugzeugmodelle im Maßstab 1:250 erfolgreich auf dem Markt eingeführt.

Ab 1963 stellte die Firma Sieper ihre Produktion nach und nach auf Spielzeugmodelle aus Zinkdruckguss um. Die Metall-V-Serie hatte ebenfalls den Maßstab 1:60 und verdrängte die Plastik-Serie schließlich 1969 ganz aus dem Programm. Die V-Serie existierte bis 1974 und umfasste knapp 150 verschiedene LKW- und PKW-Modelle. Darunter befanden sich die Miniatur-Ausgaben zum Teil legendärer Fahrzeuge – etwa die des „Pagode“ genannten Mercedes-Benz 280 SL, die ab 1968 als Siku V 302 angeboten wurde.

Dieser wurde, wie einige weitere Modelle der V-Serie, ab 1975 unter der vierstelligen Modellnummer 1017 in die neu eingeführte 1000er-Serie übernommen. Da diese auf die Größe 1:55 geändert worden war, existierten bis Mitte der 1980er Jahre zwei verschiedene Maßstäbe im Siku-Programm.

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Das erste Großspielzeug, das 1951 auf den Markt kam.

Mit „Siku-Farmer“ wurde 1983 erstmals eine Serie von Spielzeugmodellen aus dem landwirtschaftlichen Bereich im Maßstab 1:32 vorgestellt. Sie entwickelte sich in den Folgejahren zu einer der erfolgreichsten innerhalb des Siku-Sortiments.

Ein Jahr später übernahm Siku das traditionsreiche Unternehmen Wiking Modellbau, das bereits im Jahre 1936 in Berlin gegründet worden war und zunächst Schiffsminiaturen gefertigt hatte. Seit 1952 gibt es die Wiking Fahrzeugmodelle aus Kunststoff im angenäherten H0-Maßstab (1:87), die in Sammlerkreisen höchst begehrt sind.

Am Hauptsitz in Lüdenscheid präsentiert das Unternehmen seit 2012 in der „Siku//Wiking Modellwelt“ über 3500 Ausstellungsstücke, die Sammleraugen zum Strahlen bringen. Und das sind hierzulande – wie bereits erwähnt – einige!

 

 

 

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