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Klasse in Hennef komplett ausgestattet


Tablets helfen beim Lernen

Lernen mittels Tablet-Computern – Das ist in der Hennefer Gemeinschaftsgrundschule Gartenstraße schon länger möglich. Doch seit Anfang diesen Jahres gibt es dort die bundesweit erste Grundschulklasse, in der jeder Schüler mit einem persönlichen iPad ausgestattet ist und mit dem Gerät bis zum Übergang zur weiterführenden Schule arbeiten kann.

Die Schüler der Klasse 1c der Hennefer Gemeinschaftsgrundschule lernen digital. Es ist die bundesweit erste Grundschulklasse, die komplett mit Tablets ausgestattet worden ist.
Bild: Stadt Hennef

Die Schüler der 1c, der sogenannten Elefantenklasse in der Hennefer Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Gartenstraße sind etwas besonderes: Denn sie sind bundesweit die ersten Grundschüler, in der jeder Schüler mit einem persönlichen Tablet-Computer zum Lernen ausgestattet worden ist. Und so präsentierten die Mädchen und Jungen bei der offiziellen Übergabe der Tablets Anfang des Jahres stolz ihre Geräte, spielten ein Quizspiel zu den Buchstaben und arbeiteten konzentriert an ihren individualisierten Aufgaben. „Besonders gerne nehme ich das iPad, wenn ich noch etwas üben muss. Ich habe das Schreiben der Zahl Neun geübt. Die konnte ich noch nicht so gut“, sagte der sechsjährige Emil.

Möglich gemacht hat die bundesweit erste Tablet-Schulklasse übrigens der Cornelsen-Verlag. Auf Initiative von Ulrike Gemein, Klassenlehrerin der iPad-Klasse, Medienkoordinatorin der Schule sowie Medienberaterin und Moderatorin bei Lehrerfortbildungen, wurde der Verlag als Sponsor gewonnen.

Im November vergangenen Jahres unterschrieben Schule und Verlag einen Kooperationsvertrag, in dem sich der Schulbuchverlag bereit erklärte, jedes Kind einer ersten Klasse mit einem iPad auszustatten. Insgesamt investierte das Unternehmen dafür 9000 Euro. Zudem wird die Klasse 1c von der Stadt Hennef beim technischen Management der Tablets, bei der Ausstattung in Form von zwei Aufbewahrungsschränken als Ladestation im Wert von rund 2400 Euro sowie bei der Anpassung der Elektroinstallation unterstützt.

„Die Chancen für noch differenzierteres Lernen sind enorm. Wir haben mehr pädagogische Zeit für die Kinder und können die Schüler besser fördern, auch im inklusiven Unterricht“, erklärte Initiatorin Ulrike Gemein.

Medienkompetenz vermitteln

Und Schulleiterin Anke Hennig fügte hinzu: „Die Weiterentwicklung von Unterricht, zum Beispiel durch Feedbackkultur, ist uns wichtig. Die GGS Gartenstraße ist ausgesprochen erfahren im Einsatz digitaler Medien. Wir verfügen bereits über iPads, die von allen Lehrkräften genutzt werden. Somit ist sichergestellt, dass auch die anderen Fachlehrkräfte in dieser Projektklasse die Geräte einsetzen und ein kollegialer Austausch stattfindet. Die Vermittlung von Medienkompetenz ist dabei ein zentraler Aspekt. Auch treiben wir die weitere Professionalisierung unseres Schulkollegiums im Unterrichten mit digitalen Medien voran.“

Weitere Ziele des Tablet-Projektes sind die gezielte Deutschförderung bei Migrationskindern und Seiteneinsteigern mit und ohne Deutschkenntnissen und eine gesteigerte Medienkompetenz bei den Kindern. Das einfache Produzieren von Präsentationen und Filmen erleichtert eine intensiviere Auseinandersetzung mit den Themen des Unterrichts und die Einbindung aller Kinder der Klasse, heißt es in einer Pressemitteilung zu diesem Thema.

„Die ersten Erfahrungen sind sehr gut“, erklärte jetzt Schulleiterin Hennig nach den ersten Monaten mit Tablets in der Elefantenklasse. „Wir wenden in der Tablet-Klasse einen Methoden-Mix an. Natürlich schreiben, malen und basteln die Kinder auch weiterhin. Nur dort, wo wir einen pädagogischen Mehrwert sehen, werden die Tablets angewandt.“ Beispielsweise wenn die Schüler sich mittels entsprechender Anwendungsprogramme selber kontrollieren können, wenn es um Aufgaben im Bereich der Zuordnung geht oder etwas vorgesprochen wird.

Durch die selbstständige Benutzung der Tablets hätten die Lehrer zudem mehr Zeit, um auf die einzelnen Schüler einzugehen. „Die Geräte haben eine positive Anziehungskraft auf die Kinder. Aber sie jammern auch nicht, wenn sie sie wieder abgeben müssen“, berichtet die Schulleiterin. Nun sollen die Auswirkungen der vermehrten Tabletnutzung auf die Schüler und ihr Lernverhalten in der Hennefer GGS Gartenstraße noch weiter unter die Lupe genommen werden. (msc)

 

 

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