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Männerballett


Tanzbein schwingende Bordsteinschwalben

Seit mehr als zehn Jahren sorgen die „Schöneberger Bordsteinschwalben“ in der Karnevalszeit nicht nur beim weiblichen Publikum für gute Unterhaltung. Von der ersten Stunde an Teil des Männerballetts ist der 44-jährige Alois Tochenhagen.

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Im letzten Jahr sind Bordsteinschwalben als Vampire aufgetreten.
Bild: privat

Das Männerballett „Schöneberger Bordsteinschwalben“ ist im Jahre 2003 „aus einer Jux-Idee“ der drei Gründer Uwe Birkenbeul, Gregor Mattern und Alois Tochenhagen entstanden: Jedes Jahr wird im Dorf Schöneberg nach dem Altenkirchener Karnevalsumzug eine Karnevalsfeier im Dorfgemeindehaus veranstaltet. „Und da haben wir drei irgendwann just for fun gesagt: ‚Okay, wir studieren mal ein kleines Tänzchen ein‘“, erinnert sich Tochenhagen.

„Normalerweise gibt es ja immer nur Frauenkarnevalsgruppen und die Männer sind dann eher ein bisschen im Schatten, die gucken sich das nur an. Aber warum sollen nicht auch Frauen Männer tanzen sehen?“

Ihre Präsentation des Schwanentanzes in Mädchenkostümen kam so gut an, dass sich daraus in den folgenden Jahren mehr entwickelte. Während die Bordsteinschwalben anfangs „nur fürs Dorf“ tanzten, begannen sie etwa 2007 auch weitläufiger aufzutreten. In der vergangenen Session hatte das Ballett insgesamt etwa zwölf Auftritte in einem Umkreis bis etwa 30 Kilometer. Dattenfeld und Hövels waren bislang die am weitesten entfernten Auftrittsorte.

Derzeit gehören dem Männerballett insgesamt zwölf Männer im Alter von 21 bis 46 Jahren an, von denen drei jedoch in dieser Saison verletzungsbedingt nicht mittanzen können. In der Regel tritt die aus Schöneberg und der näheren Umgebung stammende Männertruppe nur in der Karnevalszeit auf. „Kann schon mal sein, dass außer der Reihe nochmal getanzt wird, aber das ist wirklich der Ausnahmefall“, erklärt Tochenhagen, der bei einer deutschen Versicherungsgruppe und Bausparkasse tätig ist. „Sonst müssten wir das ganze Jahr durch trainieren und dafür haben wir im Endeffekt alle keine Zeit.“

Als Schulmädchen auf der Bühne

Von August bis Ende Januar steht zweimal die Woche ein ein- bis eineinhalbstündiges Training an. Wenn es dann in die heiße Phase des Karnevals geht, „sollte der Tanz fertig sein. Wir brauchen immer circa vier Monate, bis der Tanz einigermaßen steht“, so der Schöneberger.

Trainiert wird die Gruppe von Tochenhagens 18-jähriger Tochter Alina, die als Tanzmariechen in der KG Altenkirchen aktiv ist. „Sie hat damals gesagt ‚Dann übernehme ich das Traineramt‘ und das hat sie bis jetzt immer durchgezogen“, so Alois Tochenhagen. „Die Tänze sind alle von ihr selbst kreiert, die sind nicht irgendwo abgekupfert.“

Auf der Bühne standen die Schöneberger Bordsteinschwalben bislang unter anderem als Krankenschwestern und Arzt, als Piloten und Stewardessen, als Schulmädchen, als Bauarbeiter und im 70er Jahre-Look. „Im letzten Jahr waren wir Vampire, dieses Jahr sind wir Gladiatoren“, so Alois Tochenhagen. Dass bei den Auftritten Hüllen fallen, gehört dem 44-Jährigen zufolge mit dazu. „Wir lassen ja nicht alles fallen. Wir machen das so diskret, dass man das noch zeigen kann“, sagt er. „In den jüngeren Tänzen ist das nicht mehr ganz so das Ziel, sondern da kommen schon das Tänzerische und die Hebefiguren etwas mehr zum Vorschein. Das war anfangs noch nicht so. Aber, ob in der Zugabe oder im Tanz, Haut wird schon irgendwann gezeigt.“

 

 

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