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Wahlkampf bringt Diskussion um Rheinquerung auf die Tagesordnung


… und plötzlich haben wir ein Thema

Ist es nur der Bundestagswahlkampf und der Versuch der Parteien, sich ein neues Thema zu sichern? Oder stehen in Vettelschoß und Ahrweiler die Industrieräder still, weil der Umweg über Bonn oder Neuwied für die heimische Wirtschaft nicht mehr zumutbar ist? So recht mag man keine Begründung finden, aber nachdem jahrelang über eine Brücke durchs Mittelrheintal gestritten wird, hat jetzt auch der „untere Mittelrhein“ seine Brückendebatte.

Die Raiffeisenbrücke in Neuwied, im Jahre 1978 errichtet, ist für den Schwerlastverkehr der Region zwischen Linz und Neuwied wohl die bequemste Rheinquerung. Nördlich von Linz orientiert sich der Schwerlastverkehr eher gen Bonn, ist die 1972 errichtete Konrad-Adenauer-Brücke der passende Übergang. Während in Neuwied eine 485 Meter lange Brückenkonstruktion den Rhein bei Stromkilometer 607 überquert, wurde in Bonn eine 770 Meter lange Stahlkonstruktion am Stromkilometer 651 gebaut.

In Ballungsräumen wie Koblenz und Köln stehen die Brücken deutlich enger, aber der Abstand im Kreis Neuwied ist vergleichbar mit der Niederrhein-Region. Zwischen der Schiersteiner Brücke in Mainz und der Südbrücke in Koblenz liegen mehr als 80 Kilometer, die durch die umstrittene Mittelrheinbrücke verkürzt werden sollen.

Die Diskussionen am Mittelrhein dürften auch richtungweisend für einen möglichen Diskussionsverlauf rund um Linz werden. Noch ist die Frage offenbar nicht geklärt, welche Art von Rheinquerung hier diskutiert werden soll: die eher örtlich-regionale Anbindung der beiden Flussufer oder die von der überregionalen Politik eher geforderte Querverbindung zwischen vorhandenen Autobahnen. Vereinfacht ausgedrückt: Ob in 20 Jahren das E-Auto den Landrat des Kreises Neuwied zwischen B42 und B9 pendeln lässt oder vor der Rheinüberquerung erst die Auffahrt via St. Katharinen erforderlich wird, ist derzeit völlig unklar.

Eins ist wohl sicher: Bis ein erstes Planfeststellungsverfahren für ein Brückenbauwerk auf dem Tisch liegt, wird im Tunnel oberhalb von Erpel noch einige dutzend Male Theater gespielt: das Historienspektakel von der Brücke von Remagen.

Binnen weniger Tage flatterten die unten stehenden Stellungnahmen dazu in die Redaktion. (fu)

 

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