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Mein Verein: VV Siebengebirge


Verein verschönert das Siebengebirge seit fast 150 Jahren

Im Dezember 1869 wurde der Verschönerungsverein Siebengebirge (VVS) ins Leben gerufen, im nächsten Jahr feiert er damit sein 150-jähriges Bestehen. Bis heute kümmern sich Ehrenamtliche unter dem Vorsitzenden Hans Peter Lindlar darum, die Schönheit einer einzigartigen Landschaft zu erhalten und sie gleichzeitig für die Allgemeinheit zugänglich zu lassen.

Im Forsthaus Lohrberg laufen alle Fäden beim Vorsitzenden Hans Peter Lindlar (Bild unten) zusammen.
Bilder: Verein

Schon 1922 wurde die Region Siebengebirge als Naturschutzgebiet anerkannt, es gehört damit zu den ältesten in Deutschland. 1958 erfolgte die Erhebung in den Status Naturpark. Seit 1986 ist der VVS alleiniger Träger. „Normalerweise sind das Kommunen, Zweckverbände und Länder, die eine solche Aufgabe stemmen,“ so der ehemalige Kölner Regierungspräsident Hans-Peter Lindlar. „Ein Gewaltakt, den der rührige Verein bis heute aus eigener Kraft geleistet hat.“ Das soll sich jetzt ändern, die Trägerschaft wird der Rhein-Sieg-Kreis übernehmen. Die Kommunen wurden mit ins Boot geholt, Königswinter und Bad Honnef haben bereits entsprechende Haushaltsbeschlüsse gefasst. Aus formalen Gründen geht die Trägerschaft zunächst zurück an das Land Nordrhein-Westfalen, das sie dann an den Kreis weitergeben kann.

Der VVS will sich als Mitglied weiter einbringen. Seit 2012 steht der Hennefer Hans-Peter Lindlar an der Spitze des Vereins.  Der ehemalige Landtagsabgeordnete wurde von Rhöndorfer Bürgern angesprochen, das Amt zu übernehmen. „Die Region hat mich schon immer fasziniert. Wie oft haben wir Ausflüge an den Rhein und in die Berge gemacht. Für meinen Ruhestand erschien mir das eine sinnvolle und schöne Aufgabe.“ Im letzten Jahr wurde Lindlar nach einer sehr intensiven und erfolgreichen Amtszeit für drei weitere Jahre gewählt.

Nicht nur mit der Neuorientierung stehen große Aufgaben bevor. Als Eigentümer von 850 Hektar rund um den Drachenfels steht der Verein als Eigentümer weiter in der Verpflichtung der Pflege und Erhaltung. Dazu gehört auch die Verkehrssicherungspflicht im Schmelztal oder im Verlauf der Margaretenkreuzstraße. Neben den Straßen und Wegen müssen allein 30 Hütten und über 100 Bänke betreut werden. „Das alles leisten wir mit vielen Helfern, die uns alle ehrenamtlich zur Seite stehen“, sagt Lindlar sichtlich stolz. Weitere Unterstützer für die Arbeit im Wald, aber auch in der Geschäftsstelle im Forsthaus Lohrberg sind herzlich willkommen. Interessenten können sich melden unter Telefon 0 22 23/27 99 33 oder per Mail an info@naturpark-siebengebirge.de.

Gegenwärtig wird am Forsthaus Lohrberg die Garagenreihe in ein Wildniszentrum umgebaut, das zu einem Alleinstellungsmerkmal des Naturparks Siebengebirge werden soll. „Der VVS hat 2010 dem Land Nordrhein-Westfalen 530 Hektar des Besitzes als Wildnisgebiet zur Verfügung gestellt. Zwei Drittel werden damit nicht mehr waldwirtschaftlich genutzt, der Natur wird freien Raum gelassen.“

Die Ausstellungen im Zentrum sollen den Gedanken vermitteln, dass im Siebengebirge wieder ein vollkommen natürlicher Lebensraum für unzählige auch bedrohte Arten entstehen soll. Geplant sind Aussichtspunkte im Gelände, wo man die urwüchsige Landschaft beobachten kann. „Es wird auch solche geben, die nebeneinander Wald und waldbewirtschafteten Bereich zeigen.“ Die ersten Tafeln werden jetzt aufgestellt.

Am 1. Mai findet wieder der Siebengebirgstag am Forsthaus Lohrberg statt. Gezeigt werden bei Wanderungen neben Flora und Fauna auch andere Facetten wie die Biostation, die Imkereien oder die Wildobstbaumwiesen. „Wir möchten an diesem Tag aber auch um Verständnis bei Hundebesitzern und Mountainbikern werben für ein friedliches Nebeneinander im Sinne von Natur und Mensch“, lädt Hans-Peter Lindlar zu einem informellen Gespräch im Namen seines Vereins ein.

Welche Stelle im Siebengebirge aber weiß der VVS-Vorsitzende selbst am meisten zu schätzen? „Ich persönlich wandere am liebsten am Ölberg mit dem tollen Blick auf Schloss Heisterbacherrott, auf unser Forsthaus und bis nach Köln und in die Eifel. Man steht auf nacktem Vulkanfels, das ist ursprüngliche Natur reinsten Wesens“, gerät er in Schwärmen. Schönheit pur. (mc)

 

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