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Mantrailing


Vermissten Menschen auf der Spur

Die zweijährige Lotte hat ein besonderes Hobby. Zweimal in der Woche geht’s zum Mantrailing-Training. Wenn alles gut läuft, kann die „Vizslaranerin“ in einem Jahr zur Prüfung als Rettungshund antreten.

Lotte Staffelbild

Die zweijährige Hündin folgt ihrer feinen Nase auf der Suche nach einer vermissten bzw. versteckten Person.
Bild: RHS Siegtal

Beim Mantrailing (zu Deutsch „Mensch“ und „verfolgen“) werden Hunde auf die Spur einer zu suchenden Person gesetzt. Zur Identifizierung des Individualgeruchs wird ein „Geruchsartikel“ der Person benutzt. „Jeder Mensch hat einen eigenen Geruch. Er verliert etwa 40.000 Partikel in der Minute. Diese Partikel sucht der Hund letztendlich“, weiß Lottes Frauchen Heike Minor, die seit 2012 festes Mitglied in der Rettungshundestaffel Siegtal ist. Ihre siebenjährige Magyar Vizsla-Hündin Joey ist Lottes Mutter, ihr dreijähriger Weimaraner Milow Lottes Vater.

„Lotte braucht jetzt noch ein Jahr Training. Dann werden wir wohl zur Prüfung gehen“, sagt Minor. „Ein Rettungshund hat etwa drei Jahre Ausbildung vor sich, bevor er überhaupt zu einer Prüfung kann. Man muss sehr intensiv trainieren, weil der Hund ja jegliche Situationen erlernen und auch später selbständig handeln muss. Deswegen müssen wir in unseren Trainingseinheiten alle Möglichkeiten trainieren, wo ein Mensch wegkommen könnte und wo man ihn suchen müsste.“

Trainiert wird zweimal in der Woche. Donnerstags macht jedes Hund-Mensch-Team in der Regel einen Durchgang, sonntags etwa zwei Durchgänge. Dabei werden Personen versteckt, die das Hund-Mensch-Team finden muss. Hinter ihnen gehen der Trainer und ein Helfer, die zum Schutz für Hund und Hundeführer den Verkehr regeln, Gefahren ansagen. „Im starken Wind und im starken Regen und in knallender Hitze sind die Spuren immer wieder anders. Das muss der Hund alles lernen“, so Heike Minor.

„Anstrengend und stressig wird es für den Hund, sobald man in eine Phase kommt, wo er neue Erfahrungen sammelt. Deshalb muss man es langsam aufbauen, die Schwierigkeitsgrade müssen sich langsam nach oben schrauben“, weiß die derzeitige Vorsitzende der Rettungshundestaffel. „Aber der Hund bringt fürs Mantrailen alles mit. Man muss ihn nur dran erinnern, dass das letztendlich seine Urinstinkte sind. Ich hab noch keinen Hund erlebt, der da keinen Spaß dran hat.“

Ein Rettungshund wird ihr zufolge aber trotzdem längst nicht jeder, auch wenn man darauf hin arbeitet, einen tollen Hund hat und ihn toll lesen kann. Einsätze für die Polizei Nordrhein-Westfalen laufen darf nämlich nur, wer dort eine Prüfung mit seinem Hund bestanden hat. Aber Minor sagt: „Man muss noch nicht mal in einen Einsatz gehen. Das Training macht einfach nur Spaß. Ich persönlich finde, es ist immer wieder Abwechslung, immer wieder was Neues. Man sieht da ganz andere Seiten an seinem Hund.“

Vom 13. bis 14. Juni bietet die Rettungshundestaffel Siegtal einen Schnupperkurs an, der Interessierten die Gelegenheit bietet herauszufinden, ob das Mantrailing etwas für sie und ihren Hund sein könnte. Nähere Informationen gibt es bei Heike Minor unter Telefon 0176/22247604.

 

 

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