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Internationale Nähstube besteht fast ein Jahr


Völker verbindendes Nähen

Viele Menschen, vor allem ältere, haben Vorbehalte gegenüber Flüchtlingen, die in unser Land gekommen sind. Nicht dazu gehört die 85-jährige Bad Honneferin Brigitte Meyer auf der Heide. Sie sann über eine Möglichkeit nach, vor allem den Flüchtlingsfrauen eine Möglichkeit zu geben, sich zu treffen und entspannen zu können.

 

naehcafe

Vor einem Jahr hat Brigitte Meyer auf der Heide (erste Sitzende rechts) die Internationale Nähstube ins Leben gerufen. Seither werden Bad Honneferinnen und Flüchtlingsfrauen einmal wöchentlich gemeinsam kreativ.
Bild: mc

Die Idee in ihr wuchs, eine internationale Nähstube einzurichten. Zunächst setzte sie sich mit der AWO in Verbindung und gewann diese als Träger. Im nächsten Schritt wandte sie sich an die Stadtverwaltung Bad Honnef, auch da fand das Projekt großen Anklang.

Mit der Zusage, einen Werkraum und einen Nebenraum als Lager in der Konrad-Adenauer-Schule am Rheingoldweg einen Tag in der Woche unentgeltlich in den Nachmittagsstunden nutzen zu können, suchte sich die ehemalige PR-Beraterin einer Frankfurter Agentur Mitstreiterinnen und rief in der Bevölkerung auf zu Spenden in Form von Stoffen, Wolle, Nähmaschinen und allem, was man zum Handarbeiten braucht. „Die Resonanz war und ist überwältigend. Alles, was wir hier haben, kam bis auf ein paar Nähmaschinen, die wir mit Zuschüssen gekauft haben, von Bürgern und Bürgerinnen dieser Stadt,“ weiß sie erfreulicherweise zu berichten.

Premiere vor einem Jahr

Am 19. Oktober 2015 war es dann so weit, die internationale Nähstube feierte ihre Premiere. Seither treffen sich in wechselnder Besetzung zehn bis 15 Frauen aus aller Herren Länder mit Bad Honneferinnen montags in der Zeit von 14.30 bis 17 Uhr zum gemeinsamen Werkeln. „Das wichtigste Anliegen war für uns, Vertrauen zu schaffen, auch bei den Frauen untereinander,“ betont Brigitte Meyer auf der Heide.

Das ist nach fast einem Jahr des Bestehens gelungen. Wer die Nähstube einmal besucht, spürt ein besonderes Gefühl von Herzlichkeit, hier wird Integration gelebt. Es wird gelacht und trotz Sprachbarrieren herrscht ein großes Verständnis. Meyer auf der Heide und ihre Mitstreiterinnen sind die Seele dieses wunderbaren Projekts, ohne sie wäre es nicht möglich.

Die Vergangenheit vergessen

Flüchtlingsfrauen, die das erste Mal vorbeischauen, sind oft sehr scheu und auch traumatisiert durch die schrecklichen Erlebnisse in ihrer Heimat. In der Nähstube schaffen sie es, sich immer mehr zu öffnen, das Miteinander zu genießen und die Vergangenheit für eine Zeit zu vergessen.

Wer nun denkt, dass Brigitte Meyer auf der Heide sich den Rest der Woche dem Müßiggang hingibt, irrt. Außerdem ist sie aktiv in der Sri Lanka-Hilfe, fliegt einmal im Jahr dorthin, um Handarbeitskurse für Frauen abzuhalten. Sie muss immer etwas zu tun haben. Gut, dass es solche Menschen gibt!

Wer das Projekt Internationale Nähstube unterstützen will: Im Moment mangelt es noch an Nähmaschinen. Auch ältere Geräte werden entgegengenommen. Weitere Informationen erteilt Brigitte Meyer auf der Heide, Telefon: 0 22 24/7 16 12. (mc)

 

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