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Auch die Landwirtschaft wird digital


Vollautomatische Milchbar

Körperliche Entlastung und höhere Produkteffizienz, das sind die wichtigsten Vorteile, die sich die Landwirte im RWN-Land von der Digitalisierung versprechen. Laut Bauernverband ist jedenfalls bereits jeder zweite Landwirt zumindest teilweise digital am Werk.

Drohnen werden so bald wohl noch nicht über die Felder im RWN-Land wachen. Smart Farming ist aber grundsätzlich auch hierzulande im Gespräch.
Bild: ki-kieh

Als unlängst die Landwirte im Kreis Neuwied zu ihrem Fachtreffen zusammenkamen, da herrschte in Sachen Technik Aufbruchstimmung. Als ein Hersteller zur Drohnen-Vorführung auf dem Hof Siemeister in Leutesdorf einlud, bestaunte eine illustre Bauern-Runde aus dem gesamten Kreisgebiet den Flug. Noch sind die Anschaffungskosten für professionelles Fluggerät samt Kameraausrüstung und Steuerüberwachung für manchen Landwirt ein Hinderungsgrund. Aber dass in einigen Jahren viel von der Überwachung der Felder aus der Luft erfolgen könnte, darin waren sich die Landwirte einig.

Thomas Ecker von der Unteren Landwirtschaftsbehörde räumt ein, dass es derzeit wohl vor allem die Flächen über 70 Hektar seien, die den Einsatz der Luftüberwachung rechtfertigen. Diese Größenordnung ist im Kreis Neuwied aber nicht vertreten. Aber schon jetzt hat sich die Digitalisierung in der Landwirtschaft Raum gesucht. Da registriert der Melkstand in Wiedmühle schon seit Jahren per Computer, welche Kuh wann zum Melken gekommen ist. Die ersten Düngemaschinen werden bereits per GPS-Daten in der Spur gehalten. Bei diesem Beispiel zeigt sich auch ein Einspareffekt für die Landwirte. Die „Fernsteuerung“ des Maschineneinsatzes sorgt schließlich dafür, dass buchstäblich ohne große Streuverluste gedüngt werden kann.

Ministerium spricht von „Smart Farming“

Digitales auch in ganz anderer Richtung: Die Technische Hochschule Bingen errichtet auf ihren Testfelderen am Rhein Messeinrichtungen, die den Ausstoß von Treibhausgasen aus der Landwirtschaft messen sollen.

Der Einzug der modernen Technologien in die Landwirtschaft hat im Land Rheinland-Pfalz auch schon einen ministeriell abgesegneten Fachbegriff erhalten: „Smart Farming wird vom neuen Landwirtschaftsminister Volker Wissing ausdrücklich begrüßt, er hat eine eigene Expertengruppe eingesetzt. Und weil auch in der Landwirtschaft alles seinen geordneten Gang haben muss, hat das Ministerium gleich noch ein konkretes Angebot parat: Die „Hofbox“ soll künftig sämtliche Antrags- und Meldeverfahren für den Landwirt papierlos machen.

Auch Ökologen können sich freuen, denn die bereits verbreitete „Spritz-App“ soll dafür sorgen, dass verantwortungsbewusste Winzer ihren Wingert wirklich nur so viel mit Pflanzenschutzmitteln versorgen, wie notwendig ist.

 

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