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Firmen setzen auf besondere Vorbilder


Vom Märchen zur Marke

Dass eine Märchenfigur auch als Markenlogo taugt, beweist der Erdal-Froschkönig seit mehr als 110 Jahren. Doch auch viele andere Unternehmen leiteten Ideen und Namen für ihre Produkte aus der Märchenwelt ab.


Bild: Rotkäppchen Peter Jülich GmbH & Co. KG

Dass die Firma Rapunzel Naturkost den Namen des Mädchens mit dem langen Haar verwendet, dürfte kaum verwundern, denn Rapunzel wird auch als Oberbegriff für Feldsalat verwendet – übrigens auch im Märchen. Hier heißt es: „In der Abenddämmerung stieg er also über die Mauer in den Garten der Zauberin, stach in aller Eile eine Handvoll Rapunzeln und brachte sie seiner Frau. Sie machte sich sogleich Salat daraus und aß sie in voller Begierde auf.“

Bei Rotkäppchen Camembert (Foto) wurde die Märchenfigur auch gleich zur Bildmarke: Der bereits im Jahre 1885 im schlesischen Jordansmühl produzierte mild-cremige Käse wurde ab 1926 von den Brüdern Peter und Wilhelm Jülich in ganz Deutschland verbreitet. Keine Verbindung zum gleichnamigen Märchen gibt es bei Rotkäppchen Sekt. Der ursprünglich „Monopol“ getaufte Trank musste nach Inkrafttreten des „Gesetzes zum Schutz der Warenzeichen“ 1894 umbenannt werden, woraufhin die damals schon rote Aluminiumkapsel auf den Korken der Freyburger Sekte zum Namensgeber der neuen Marke wurde.

Ein weiteres Beispiel ist der Märchenprinz auf der  De Beukelaer Prinzen Rolle. Dem belgischen Thronfolger gewidmet, kam der runde Doppelkeks 1946 in Belgien als le petit prince fourré („der kleine gefüllte Prinz“) auf den Markt. Auch der Lindt Froschkönig weckt märchenhaften Zauber. Für die ihm zur Seite gestellte Froschkönigin scheint es hingegen keine literarische Vorgabe zu geben.

Und während sich die Maggi-Märchen-Suppe an kleine und große Märchen-Fans richtet, können nur letztere auch den Milford Eismärchen Früchtetee mit Glühwein-Aroma genießen.

Kids lassen sich stattdessen vom Feentraum mit Himbeere-Holunderblüte-Vanille-Aroma verzaubern. Und vor dem Schlafengehen geht es noch mit dem schäumenden Zauberbadesalz „Kneipp Naturkind Märchenkönigin“ in die Wanne.

Die Märchenthematik wird zudem häufig von Spielwarenproduzenten aufgegriffen, so zum Beispiel von Lego mit „Cinderellas Märchenkutsche“, Playmobil mit den XXL-Figuren Prinzessin und Ritter, Zapf Creation mit dem Zauberdrachen und Haba mit dem Spiel „Erbsenprinzessin Kissenstapelei“. (cm)

 

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