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Die Kinder Überraschung


Von Ostern inspiriert

Ein bei Kindern beliebter und alljährlich von ihnen herbeigesehnter Osterbrauch ist die Eiersuche. Neben den buntgefärbten Hühnereiern haben es die meisten Kids besonders auf Schokolade, andere Süßigkeiten und kleine Ostergeschenke abgesehen. Wichtig sind auch Neugier und Spannung bei der Suche. Diese Komponenten waren Inspiration für die Erfindung der Überraschungseier (Ü-Eier), die korrekt Kinder Überraschung heißen. 

Bild: kinder

Eltern kennen die Situation. Sie findet mit schöner Regelmäßigkeit im Kassenbereich der Supermärkte statt. Der Nachwuchs sieht die dort an prominenter Platzierung feilgebotenen  Süßigkeiten und fängt zu quengeln an. Kaugummi, Schokoriegel und – Überraschungseier. Mancher streicht sofort die Segel und gibt um des lieben Friedens willen nach. Andere riskieren die Konfrontation mit Tochter oder Sohn. Dass diese im schlimmsten Fall zu schreien anfangen und sich auf den Boden werfen, muss bei der Erziehung im öffentlichen Raum allerdings einkalkuliert werden.

Im Jahre 1974 wurde das Objekt der kindlichen Begierde auf den Markt gebracht. Überraschungseier bestehen jeweils aus 20 Gramm einer zweilagigen Schokoladenhülle, die außen braun und innen weiß ist. Im Inneren der Eier befinden sich gelbe Plastikverpackungen, die ein kleines Gimmick enthalten. Waren es in den ersten Jahren vor allem winzige Spielzeugbausätze, von denen Ferrero heute jährlich weltweit etwa 150 herausbringt, so gibt es seit 1981 zudem die überaus beliebten Figurenserien. Den Anfang machten „die Schlümpfe“ als erste handbemalte fortlaufende Serie. Zuvor hatte es bereits einzelne, ebenfalls handbemalte Hartplastikfiguren gegeben, beispielsweise „Robin Hood“ und „Alice im Wunderland“.

Hippos und Happos

Vor allem diese Figuren sind es, die den Reiz der Ü-Eier ausmachen. Und dies gilt sowohl für kleine als auch für große Sammler. Die „Happy Hippos“ beispielsweise – kleine Nilpferde aus Kunststoff – wurden 1987 von dem aus Frankreich stammenden Münchener Illustrator André Roche kreiert. Sie kamen im Jahr darauf als Zugabe in die Überraschungseier. Allerdings steckten die Flusspferde nicht in jedem, sondern nur „in jedem siebten Ei“. So versprach es die TV-Werbung. Gleiches gilt für die „Happos Family“, die 2017 ihre Nachfolge antrat. Aktuell gibt es zwei spezielle Serien, deren Motiv außen aufgedruckt ist, sodass man, Frau oder Kind, die dem Sammeltrieb verfallen sind, zumindest nicht ganz im Dunkeln tappen, was den Inhalt anbelangt: „Teenage Mutant Ninja Turtles“ sowie „Mascha und der Bär“.

Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte ließ Ferrero immer wieder Figurenserien für die Überraschungseier entwickelten, deren Fantasienamen aus einer englischen Alliteration gebildet wurden: „Crazy Crocos“, „Dapsy Dinos“, „Funny Fanten“ oder „Teenie Tapsi Törtels“. Wie die „Happy Hippos“ wurden auch sie von André Roche kreiert. Neben diesen speziell für Ferrero entwickelten Figuren gibt es auch Serien wie „Pumuckl“, „Die Biene Maja“, „Der Herr der Ringe“, die Figuren der „Simpsons Comics“ und verschiedene von Disney, die gegen  Lizenzgebühr eingekauft werden.

Apropos Sammeltrieb: Die Ü-Eier oder vielmehr die enthaltenen Gimmicks haben seit Jahren eine treue Fangemeinde. Sowohl im Internet als auch im echten Leben gibt es eine Vielzahl von Tauschbörsen für Ü-Ei-Figuren. Auch auf den Trödelmärkten findet man diese immer wieder. In Berlin-Spandau gibt es gar einen speziellen Ü-Ei-Laden. Zu Ostern 2018 ist der Komplettsatz „Kleine Ostermaler“ inklusive Beipackzettel auf Lager. (cm)

 

 

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