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Die RWN-Medienschule


Von Passwortflut überfordert

Fast jeder zweite Internet-Nutzer in Deutschland fühlt sich von der steigenden Menge an Passwörtern für den Zugang zu Diensten gestresst. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die das Internet-Portal Web.de jüngst zum Tag der Passwort-Sicherheit veröffentlicht hat. Viele Internet-Nutzer vernachlässigen deswegen die Sicherheit.


Bild: Typographyimages

Durchaus verständlich: Denn die meisten Internet-Nutzer haben sich bei bis zu fünfzehn verschiedenen Online-Diensten angemeldet und besitzen persönliche E-Mail-Konten, Social-Media-Profile oder Shopping-Accounts. Für jeden Zugang sollte aber ein eigenes, möglichst komplexes Passwort aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen verwendet werden.

Doch die Mehrheit der Befragten verwendet teilweise dieselben Passwörter für unterschiedliche Dienste, fünf Prozent verlassen sich gar ausschließlich auf ein einziges Passwort für alle Logins. „Dadurch haben Hacker leichtes Spiel“, sagt Jan Oetjen, Geschäftsführer von WEB.DE. „Ist das Universal-Passwort erst einmal geknackt, sind automatisch auch alle anderen Dienste gefährdet.“

Auch bei den mobilen Endgeräten scheint die Sicherheitslage kritisch: 52 % der Befragten sichern ihr Handy entweder gar nicht oder nur per PIN. Immerhin macht die moderne Technik es leichter, auf Nummer sicher zu gehen. Jeder Fünfte nutzt bereits die Absicherung per Fingerabdrucksensor.

Gründe für erhöhte Sicherheitsansprüche liefern die Smartphones ihren Nutzern genug: Immer mehr Online-Dienste wandern mit sensiblen Daten und Funktionen in mobile Apps. Dort herrscht dann eine Art „Always-In“-Mentalität: nur ein Viertel der Smartphone-Besitzer meldet sich regelmäßig nach der Nutzung eines Dienstes in der App auch wieder ab. Wer das nicht macht, läuft Gefahr, Dieben sensible private Daten wie Bankverbindung oder Online-Shopping-Konten zugänglich zu machen.

Zumindest beim Erstellen der Passwörter sind die Deutschen sorgfältiger geworden. Drei Viertel der Befragten setzen mittlerweile auf komplexe Passwörter und mischen Groß- und Kleinschreibung mit Ziffern. Bei der Verwendung von Sonderzeichen bestehe aber durchaus noch Nachholbedarf, heißt es in der Web.de-Mitteilung. (ct)

 

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