«

»

Marken des Alltags: Müller Kerzen


Wachstum in achter Generation

Mit über 270-jähriger Tradition ist Müller Kerzen der älteste Kerzenhersteller weltweit. Das heute in Straelen ansässige Unternehmen befindet sich seit acht Generationen in Familienbesitz und gehört zu den größten Produzenten der Branche in Deutschland. Neben dem Hauptsitz am Niederrhein verfügt Müller Kerzen zudem über zwei weitere Fertigungsstätten in Polen und in China.

adventszeit

In der Weihnachtszeit werden mit Abstand die meisten Kerzen verkauft.
Bild: Fotolia/ Picture-Factory

Die Geschichte von Müller Kerzen beginnt 1744 im schlesischen Patschkau. Im Jahre 1900 erfolgte mit der Errichtung eines Fabrikationsgebäudes außerhalb der Stadt der erste Schritt zur fabrikmäßigen Herstellung von Kerzen. 1908 wurde die Geschäftsleitung der aufblühenden Firma durch die Brüder Joseph und Franz Müller übernommen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde von den Alliierten der Grenzverlauf zwischen Deutschland und der im Jahr zuvor gegründeten Republik Polen festgelegt. Damit endete die Zugehörigkeit Patschkaus zu Deutschland. Das von polnischen Zuzüglern besiedelte Städtchen hieß fortan Paczków und die Firma Müller Kerzen wurde durch den polnischen Staat enteignet.

Im Zuge der Währungsreform in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands 1948 wagte Joseph Müller den Neubeginn in Straelen im Kreis Kleve. Nachdem das Produktionsgebäude 1961 bei einem Brand zerstört worden war, starteten Hubert, Ruth und Edith Müller 1962 einen zweiten Neubeginn vor den Toren der Stadt.

Mit Stefan und Thomas Müller trat 1985 die siebte Generation in die Geschäftsführung von Müller Kerzen ein. Drei Jahre später wurde in Grudziadz/Polen eine zweite Produktionsstätte gegründet, im Jahr 2000 folgte die dritte Produktionsstätte in Taicang im Osten Chinas. 2003 erfolgte die Umfirmierung in eine Aktiengesellschaft zur Gebr. Müller Kerzenfabrik AG.

Neben Spitzkerzen für Leuchter, Stumpenkerzen, Tee- und Grablichten oder Duftkerzen bietet Müller Kerzen auch handgefertigte Tauf- und Brautkerzen sowie spezielle Sortimente für „Frühjahr/Sommer“ und „Herbst/Winter“. In der Weihnachtszeit macht die Firma laut Key-Account-Managerin Ann-Kristin Müller den meisten Umsatz. Sie kümmert sich um den Vertrieb und repräsentiert die achte Generation des Familienunternehmens.

Im November 2014 wurde bekanntgegeben, dass Müller Kerzen Teile der Produktion in das polnische Werk verlagert, weil man in Zukunft einerseits noch größere Mengen und diese andererseits kostengünstiger herstellen müsse. Dort arbeiten 730 Mitarbeiter rund um die Uhr im Vierschichtbetrieb und produzieren den Großteil des Sortiments. Am Standort Straelen sind heute etwa 125 Kollegen mit der Herstellung von Tee- und Grablichten, Spitzkerzen und Stumpenkerzen beschäftigt. In der chinesischen Produktionsstätte fertigen 120 Mitarbeiter handarbeitsintensive Produkte wie Saisonartikel und aufwendige Kerzenveredelungen.

Übrigens: Seit 2010 ist Müller Kerzen Mitglied im RSPO, dem „Roundtable on Sustainable Palm Oil“ („Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl“), der auf Initiative des WWF gegründet wurde. Die Organisation versucht, nachhaltige Anbaumethoden für Palmöl zu fördern und so die Umweltschädigung zu begrenzen. Seit 2013 ist Müller Kerzen nach den strengen Kriterien des RSPO zertifiziert und damit der erste Kerzenhersteller weltweit, der dieses Siegel trägt. (cm)

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.