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MS Moby Dick


Wal-Alarm im Mittelrheintal

Im Mai 1966 entdeckten Rheinschiffer bei Duisburg einen weißen Wal, der im Rhein flussaufwärts schwamm. Erst in Bonn kehrte das bald „Moby Dick“ genannte Tier um und verschwand rund einen Monat nach seinem Erscheinen wieder in der Nordsee. Die Familie Schmitz aus Bonn inspirierte dieses Ereignis zum Bau der MS Moby Dick, die nunmehr seit 1976 den Rhein „unsicher“ macht.

Saisonabschlussfahrt der Moby Dick 2013

Aufgrund ihres ungewöhnlichen Aussehens ist die MS Moby Dick, die haupsächlich auf der Rheinstrecke zwischen Bonn und Koblenz verkehrt, ein echter Hingucker und bei Alt und Jung beliebt.
Bild: MS Moby Dick

Das tierisch anmutende Schiff begeistert Klein und Groß gleichermaßen. „Die Erwachsenen wollen gerne mit dem Schiff fahren, weil sie es mit ihrer Kindheit verbinden oder schon mal was davon gehört haben“, weiß Max Dornau, der seit 2011 Betriebsleiter der zur Bonner Fähr- und Fahrgastschifffahrt GmbH & Co. KG gehörenden MS Moby Dick ist. „Die Kinder finden es natürlich auch ganz toll und wollen mitfahren. Man merkt schon, dass es bei den Leuten beliebt ist.“

Auch Dornau selbst, der bis vor vier Jahren beruflich nie etwas mit Schiffen zu tun hatte und durch Zufall auf der Moby Dick landete, hat der schwimmende Wal in seinen Bann gezogen. „Mittlerweile kann ich mir das gar nicht mehr wegdenken. Das Schiff ist so richtig mein Kind geworden“, erzählt der Betriebsleiter lachend. So oft wie möglich versucht er auf dem Schiff zu sein. „Der Wal im Rhein war im Prinzip der Anstupser für den Bau des Schiffes. Die Familie Schmitz wollte was Außergewöhnliches bauen und hat sich dann an dieser Geschichte orientiert und die Moby Dick gebaut“, weiß Dornau.

Das auf der Werft Oberkassel gebaute und im Mai 1976 in Dienst gestellte Schiff verkehrt hauptsächlich auf der Rheinstrecke zwischen Bonn und Koblenz. Es hat eine Gesamtlänge von 45 Metern und eine Breite von 11,17 Metern. Das Freideck ist mit 200 Plätzen bestuhlt, der Salon unten mit 229 Plätzen. Die Zulassung für das Schiff liegt aber bei 496 Personen. Laut Dornau kommt es in der Hochsaison von Juli bis September gerade am Wochenende und in den Schulferien durchaus vor, dass die Gäste teilweise stehen, weil keine Plätze mehr frei sind.

„Pfingstsamstag und -sonntag beginnen bei uns wieder unsere Tagesfahrten zwischen Köln und Linz. Die finden im Normalfall nur in den Sommerferien statt, aber dieses Jahr das erste Mal auch zu Pfingsten“, erklärt Max Dornau, was in nächster Zeit auf dem Programm der MS Moby Dick steht. „Am Pfingstmontag haben wir wieder eine Zoofahrt, die um 9.30 Uhr in Bonn beginnt. Da werden die Gäste in den Kölner Zoo gefahren, haben dort einen Aufenthalt und kurz nach drei geht’s wieder zurück nach Bonn. Da ist dann auch noch Kinderanimation an Bord.“ Vom 29. Juni bis 3. August ist es möglich, bereits in Königswinter zu starten.

Sofern nicht irgendwelche Veranstaltungen stattfinden oder das Schiff an eine Firma oder auch Privatpersonen vermietet ist, fährt es etwa sechs Mal die Woche. „In der Hochsaison gibt es meistens einen Liegetag, ansonsten fährt das Schiff“, erklärt Dornau. „Die Saison selbst geht immer von Karfreitag bis Ende Oktober. Außerhalb der Saison fährt das Schiff seit ein paar Jahren aber auch. Es gibt verschiedene Veranstaltungen und man kann das Schiff auch mieten.“ Seit 2011 ist es übrigens möglich auf der Moby Dick den Bund der Ehe einzugehen.

 

 

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