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Sommerferien bis 2024 festgelegt


Warum die Bayern immer als letztes in die Ferien gehen

Die wohl schönsten Wochen im Leben eines Schülers sind die Ferien. Laut Duden handelt es sich dabei um eine „mehrere zusammenhängende Tage oder Wochen dauernde, der Erholung dienende, turnusmäßig wiederkehrende Arbeitspause einer Institution“. Doch wer regelt eigentlich, wann welches Bundesland schulfrei hat?

Schriftzug FERIEN! mit springenden Badenden / handgezeichnet

Die Vergabe der Ferien in den Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland erfolgt systematisch.
Bild: Fotolia/snyggg.de

Die Grundlage für die Festlegung der Ferienregelungen in den einzelnen Bundesländern wird in Paragraph 3 des Abkommens zwischen den Ländern der Bundesrepublik zur Vereinheitlichung auf dem Gebiet des Schulwesens definiert. Darin heißt es, dass die Gesamtdauer der Ferien während eines Schuljahres 75 Werktage beträgt.

Die Sommerferien sollen dem sogenannten „Hamburger Abkommen“ zufolge in der Zeit zwischen dem 1. Juli und dem 10. September liegen. Sie werden regional gestaffelt. Die Regelung der Sommerferien bedarf der Abstimmung zwischen den Ländern. Deshalb werden die Sommerferien in den einzelnen Bundesländern gemeinsam in der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland festgelegt – so im vergangenen Jahr die Sommerferientermine für die Jahre 2018 bis 2024.

Um zu vermeiden, dass die erholungssuchende Bevölkerung der Länder jeweils zur gleichen Zeit den Urlaub antritt beziehungsweise beendet und um entsprechend nachteilige Folgen für den Verkehr und für die Quartiernachfrage in den Feriengebieten zu verhindern, beträgt die Mindestdauer der Sommerferien sechs Wochen. Damit ist zugleich eine Vertretungsregelung in Unternehmen, Firmen und Behörden möglich, die Beschäftigten mit schulpflichtigen Kindern wenigstens drei Wochen Urlaub zugesteht.

Um einen Ausgleich zwischen günstigeren und weniger günstigen Sommerferienterminen zu schaffen, vereinbarten die Länder ein rollierendes System zur Festlegung der Zeiten mit fünf Ländergruppen. Da Baden-Württemberg und Bayern, die Ländergruppe V, traditionell zwei Wochen Pfingstferien haben, wurde ihnen zugestanden, konstant den letzten Termin für die Sommerferien in Anspruch zu nehmen, um einen ausreichenden Lern- und Prüfungszeitraum zwischen Pfingst- und Sommerferien sicherzustellen.

Alle weiteren Ferien werden von den Bildungsministerien der Bundesländer auf Basis der Sommerferienpläne und im Rahmen von Verordnungen und Erlassen selbst festgelegt. „Bis zum Schuljahr 2016/2017 einschließlich sind die ‚kleinen Ferien’ bereits seit längerem festgelegt“, weiß Wolf-Jürgen Karle, der Pressesprecher des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Mainz. „Für die Folgejahre soll es in Rheinland-Pfalz eine neue Ferienverteilung innerhalb des Schuljahres geben.“

Darüber hinaus gibt es aber auch Ferientage, die völlig in der Hand der Schulen selbst liegen. „Neben den Ferien, die für ganz Nordrhein-Westfalen einheitlich festgelegt sind, stehen den Schulen pro Schuljahr drei bis vier bewegliche Ferientage zur Verfügung. Wann genau diese sein sollen, entscheidet die Schulkonferenz im Einvernehmen mit dem Schulträger“, heißt es etwa aus dem nordrhein-westfälischen Schulministerium.

Das „Hamburger Abkommen“ besagt übrigens auch, dass die Ferien in erster Linie nach pädagogischen Gesichtspunkten festgesetzt werden sollen. Bei der Festlegung steht der Bildungserfolg der Schüler im Vordergrund. „Ich denke, dass man Ferienzeit intensiv nutzen muss – zum Erholen“, äußerte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka erst vor wenigen Monaten. „Wenn man leistungsstark sein will, braucht man immer Entspannungsphasen.“

 

 

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