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Verlorenes Gepäck, gestohlener Pass


Was tun, wenn´s schief geht?

Socken, Eheringe oder sogar ein Gebiss. Die Liste von skurrilen Fundstücken in Hotels ist lang. Doch was tun, wenn man selbst mal etwas vergessen hat? Oder wenn der Koffer am Flughafen gar nicht erst ankam? Welche Rechte Reisende dabei haben und wie sie diese geltend machen können, verrät Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERV Europäische Reiseversicherung.

Bleibt das Gepäckband leer, ist das kein Grund zur Panik. Meist tauchen verloren gegangene Koffer binnen 48 Stunden wieder auf.
Bild: Hans

Der erholsame Urlaub ist vorüber, der Koffer wird ausgepackt. Dann der Schreck: Die Lieblingsjeans ist nicht dabei. Sie muss wohl noch im Hotel liegen. Was nun? „Es besteht in der Regel kein Anspruch darauf, dass das Hotel vergessene Dinge dem Besitzer nachschickt“, erklärt Dreyer. Die Gastgeber müssen laut deutschem Gesetz die Fundsachen aber sechs Monate lang aufbewahren.

Pauschalreisende, die bei einem deutschen Reiseveranstalter gebucht haben, profitieren auch im Ausland von dieser Regelung. Innerhalb der festgelegten Aufbewahrungszeit können die Gäste ihre Besitztümer abholen oder die Kosten für eine Nachsendung übernehmen. „Manche Hotels schicken die Dinge zwar auf Anfrage gratis nach, erwarten kann man das aber nicht“, erklärt
Reiseexpertin Dreyer.

Manchmal können Reisende aber gar nichts dafür, dass nicht alles so am Wunschort ankommt, wie es soll, etwa wenn der Koffer nicht auf dem Gepäckband landet.  „Wichtig ist es, zuerst einmal Ruhe zu bewahren. Die meisten Koffer tauchen innerhalb von 48 Stunden wieder auf“, weiß die ERV-Reiseexpertin. Kofferlose Touristen melden sich am besten gleich am Gepäckschalter in der Ankunftshalle, zeigen ihr Flugticket vor und füllen ein Verlustprotokoll aus. Dann wird der Koffer kostenfrei nach Hause oder ins Hotel am Urlaubsort gebracht. Ist der Koffer auch nach fünf Tagen nicht wieder da, besteht ein Anspruch auf Schadensersatz.

Wer seinen Reisepass im Ausland verloren hat, gibt zunächst eine Verlustmeldung bei der örtlichen Polizei ab und lässt davon eine Kopie für die Botschaft ausstellen. „Außerdem muss der Reisende in manchen Ländern wie zum Beispiel den Vereinigten Arabischen Emiraten den Verlust bei der Immigrationsbehörde melden“, erklärt Birgit Dreyer. Zum Nachweis der Herkunft zeigt der Reisende dabei Personalausweis, Geburtsurkunde oder Führerschein vor. Für die Ausstellung eines neuen Reisedokuments im Konsulat braucht der Urlauber zudem ein Passfoto. „Wer für einen solchen Notfall vorsorgen will, verstaut am besten Fotos sowie Kopien der Personaldokumente im Koffer und Handgepäck“, rät die ERV-Expertin. (red)

 

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