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Interview mit zwei Experten aus der Region


Wein spielt wichtige Rolle für Tourismus

Die RWN-Redaktion sprach mit Detlef Odenkirchen, dem Leiter der Abteilung Strukturentwicklung und Tourismusförderung in der Verbandsgemeinde Bad Hönningen, und Gerhard Hausen, dem Bürgermeister der Stadt Unkel, über die Bedeutung des Weinbaus für den Tourismus in der Region.

Sind der Weinbau und die Weinhistorie dem Tourismus in der Region förderlich? Wenn ja, inwiefern?

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Detlef Odenkirchen
Bild: VG

Odenkirchen: Ich denke, es ist auf jeden Fall förderlich, weil der Weinbau ja hier zu Hause ist. Leutesdorf und Hammerstein sind ja Weinorte, auch Bad Hönningen hat die Burgunderrebe im Stadtwappen drin. Insofern ist Wein durchaus hier über Jahre gewachsen auch Historie und damit werben wir auch letztendlich als Destination. Und der Weinbau ist insofern auch ein wichtiger Faktor in der freien Wirtschaft, weil ja viele Winzer hier beheimatet sind.

Hausen: Es sind vor allem die vielerlei kulturellen Beziehungen und Einflüsse, die den Weingenuss in Unkel zu einem grenzenlosen Erlebnis machen. Um den Weintourismus in Unkel weiter auszubauen, werden wir erfolgreich weiter in die Verbindung von Wein und Kultur intensivieren. In kaum einer anderen Region gehen Weinbau und kulturelle Angebote eine so enge Verbindung ein, arbeiten Kulturschaffende so eng zusammen wie in der Kultur- und Rotweinstadt Unkel am Rhein.

 

Was wird den Touristen in Bezug auf das Thema „Wein“ geboten?

Odenkirchen: Ich finde die Kombination ganz spannend, dass man hier bei uns wandern kann, Rheinsteig, Römerwege und auch Westerwaldsteig, in Verbindung mit Wein. Wir haben hier in der Stadt Bad Hönningen das Stadtweingut, das auch immer wieder Verkostungen ad hoc macht. Es gibt jede Menge Winzer entlang der Wanderstrecke, wo man jederzeit vorbeigehen kann und eben dieses Wandern mit dem Weinerleben auch tatsächlich erleben kann. Nirgendwo schmeckt der Wein besser als vor Ort.

Hausen: Rheinromantik – Wein – Wandern ist für die Genussregion Unkel ein Markenzeichen geworden. Wer bei uns anreist, trifft auf eine einzigartige, vom Weinbau geprägte Landschaft. Hier lassen sich die Spitzenweine besonders genießen.

 

Welche Bedeutung haben die Weinfeste für den Tourismus?

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Gerhard Hausen
Bild: OG

Odenkirchen: Weinfeste sind im Prinzip die Marketingstrategie von dem Produkt Wein selbst. Letztendlich geht es darum, dass man mit diesen Weinfesten Werbung machen will für den Standort, wo der Wein wächst, und eben auch gleich verkosten kann, wie der Wein des Jahrgangs geworden ist. Das hat natürlich nach wie vor eine hohe Bedeutung für Touristen. Es trägt ja auch zur Geselligkeit und Innenstadtbelebung bei.

Hausen: Das Wein- und Heimatfest mit den Kunsttagen „Unkeler Höfe“ ist ein Highlight im jährlichen Veranstaltungskalender der Stadt Unkel. Unverwechselbar genießt man hier den Unkeler Funkler mitten in den idyllischen Innenhöfen und Parks im Dialog mit Künstlern und ihrer Kunst.

 

Hat sich das Interesse von Touristen am Thema „Wein“ im Laufe der Jahre verändert?

Odenkirchen: Ja. Was ich jetzt entdecke in den letzten vier, fünf Jahren, ist, dass junge Menschen sich für Wein interessieren. Ich glaube, dass durch die Öffnung im Markt, generell die Globalisierung, das Interesse bei den jungen Menschen durchaus geweckt worden ist, auch Wein zu verkosten, zu vergleichen und eben auch das einheimische Produkt wieder lieben zu lernen. Und das ist, denke ich schon, die Zukunft. Das hat sich schon positiv verändert gegenüber einer früheren Generation, die halt mehr dem Bier zugeneigt war.

Hausen: Der Weinbau in Unkel erlebt nach Jahrzehnten des Rückgangs eine Auferstehung. Egal ob bei einer Wanderreise oder beim Städtetrip, ein Gläschen aus der Unkel Weinlage gehört für viele dazu. Und immer mehr kommen extra, um unsere vielen weintouristischen Angebote zu besuchen.

 

 

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