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„Idomeneo“ wird live ins Cine 5 übertragen


Wenn die Menschen mit den Göttern…

Sie gehört zu den impulsivsten Opern Mozarts: „Idomeneo“, die Geschichte von Macht, Herrschaft und Liebe, aber auch von Schuld und Bewältigung. Jetzt kommt sie mit hochkarätiger Besetzung zurück auf die Bühne der Metropolitan Opera New York und im Rahmen der Reihe „Live aus der Met“ am 25. März ab 18 Uhr ins Asbacher Lichtspielhaus Cine 5.

Das Kino Cine 5 in Asbach zeigt am 25. März die Oper „Idomeneo“.
Foto: Marty Sohl / Metropolitan Opera

Man solle nicht meinen, „dass in so einem kleinen Kopf so was Großes steckt“, soll Herzog Karl Theodor von Bayern zum damals 25-jährigen Wolfgang Amadeus Mozart gesagt haben – unter dem Eindruck der Uraufführung am 29. Januar 1781 im Münchener Residenztheater. Dabei verspürte der Herrscher auch sehr viel Genugtuung, hatte er dem aufstrebenden Komponisten doch persönlich den Auftrag zu diesem Stück gegeben.

Kennengelernt hatten sich die beiden im Winter 1777/78 in Mannheim, als Mozart und seine Mutter auf ihrer großen Paris-Reise hier für fünf Monate Station machten. Zwar hatte der „Wunderknabe“ hinsichtlich einer Anstellung am Hofe des damaligen pfälzischen Kurfürsten kein Glück, künstlerisch betrachtet war diese Zeit für ihn allerdings durchaus fruchtbar, lernte er doch den damals hochmodernen „Mannheimer Stil“, dessen Ausdruckskraft und die seinerzeit für ganz Europa stilbildende Hofkapelle von Karl Theodor kennen.

Der enge Kontakt, den beide über Jahre hinweg pflegten, trug 1780 erste Früchte, als der im Zuge einer Erbschaft nach München übergesiedelte Regent Mozart den Kompositionsauftrag für die große Karnevalsoper des darauffolgenden Jahres übertrug. Wie zu dieser Zeit üblich, bestimmte Carl Theodor als Auftraggeber die Vorlage zu der Oper, mit der die Session eröffnet werden sollte.

Er entschied sich für die tragische Geschichte des antiken kretischen Königs Idomeneo, ließ jedoch das vorhandene fünfaktige Trauerspiel „Idoménée“ des französischen Dichters Antoine Danchet auf drei Akte kürzen und den tragischen Schluss durch ein Happy-End ersetzen.

Weil Mozart mit alten Regeln brechen wollte, etwas völlig Neues und Aufregendes kreieren wollte, griff auch er sehr stark in das Libretto ein, das zudem vom Salzburger Hofkaplan Giambattista Varesco in italienischer Sprache umgearbeitet wurde.

Töne voll packender Leidenschaft

„Idomeneo“ basiert auf antikem Stoff und erzählt die Geschichte des kretischen König Idomeneus. Bei seiner Heimkehr vom trojanischen Krieg gerät er in Seenot. Um zu überleben, schwört er dem Meeresgott Poseidon, ihm den ersten Menschen zu opfern, der ihm nach seiner Rettung begegnen wird. Tragischerweise ist es sein eigener Sohn Idamante, dem er am Strand nach seiner Rettung aus den Wellen gegenübertritt.

Der König versucht zunächst ihn zu retten, indem er ihn von seiner Geliebten, der trojanischen Königstochter Ilia, trennt und mit der Königstochter von Agamemnon, Elektra, nach Argos schickt, die ebenfalls leidenschaftlich in Idamante verliebt ist. Damit zieht er den Zorn des Gottes jedoch umso stärker auf sich. In seiner Verzweiflung bietet sich Idomeneo selbst als Opfer an. Erst die Opferbereitschaft Idamantes, die Liebe Illias zu Idamante und Idomeneos Bereitschaft zur Machtabgabe vermögen letztlich die tragische Verstrickung zu lösen.

Für diese tragische und berührende Geschichte fand der noch junge Mozart Töne voll packender Leidenschaft, scheuer Zärtlichkeit und fesselnder Dramatik. In seiner „Sturm und Drang“-Phase scheute sich der Komponist nicht, an den Grundfesten westlicher Werte zu rütteln, wenn er die Autorität der Vätergeneration, die Notwendigkeit von Kriegen und den Absolutheitsanspruch der Religion mutig in Frage stellte. (imr)

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