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Stadtweingut Bad Hönningen


Winzerfamilie fühlt sich der Tradition verpflichtet

Rund um das Schloss Arenfels in Bad Hönningen liegen die Weinberge des Stadtweingutes Bad Hönningen. Der aus einer traditionsreichen Winzerfamilie stammende Alfred Emmerich und sein Sohn Philipp hoffen für einen guten Jahrgang 2017 jetzt auf einen trockenen Herbst.

Am Schlossberg in Bad Hönningen befinden sich die meisten Rebstöcke des Stadtweinguts von Bad Hönningen.
Bild: Stadtweingut

Das Stadtweingut Bad Hönningen kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Denn es wurde 1933 als Nachfolgebetrieb der beiden ehemaligen Hönninger und Ariendorfer Winzervereine neu gegründet. Die Stadt führte den Betrieb 45 Jahre lang als Eigenbetrieb, bevor er 1978 verpachtet wurde. 2005 übernahmen die Bad Hönninger Fruchtsäfte das Weingut. Schließlich kauften Anfang 2013 Alfred Emmerich und Dr. Gregor Kubatta den ehemaligen städtischen Eigenbetrieb. Und mit dem Umzug in die Innenstadt von Bad Hönningen begann eine neue Ära des Stadtweingutes.

„Wir bewirtschaften derzeit rund 9,5 Hektar Rebfläche, von denen etwa 8,5 Hektar Ertrag einbringen. Und im Winter werden noch weitere Flächen angelegt“, erklärt Alfred Emmerich, der aus der seit 1651 in Leutesdorf weinbaubetreibenden Winzerfamilie Emmerich stammt. Das Besondere beim Stadtweingut Bad Hönningen: bei den bewirtschafteten Weinbergsflächen machen rund 40 Prozent Rotweinreben aus, was für das Weinanbaugebiet Mittelrhein ein sehr hoher Anteil ist. Und so werden beim Stadtweingut bei den Rotweinen unter anderem die Sorten Spätburgunder, Schwarzriesling und Regent-Portugieser angebaut und bei den Weißweinen natürlich vor allem Riesling, aber auch Weißburgunder, Gewürztraminer, Müller-Thurgau und Silvaner.

„Wir füllen pro Jahrgang etwa 60.000 Flaschen ab“, berichtet Alfred Emmerich, der zuvor 22 Jahre als Kellermeister im Rotweinanbaugebiet Ahr gearbeitet hat. Die Weine aus Bad Hönningen können übrigens auch in den Weinabteilungen der Vorteil-Center in Unkel und Asbach erworben werden.

Das Jahr für den Winzer fängt im Winter und Frühjahr zunächst mit dem Reb-schnitt an. „Das dient der Stockerhaltung und dem Ertragserhalt“, erläutert der 50-jährige Winzer. „Danach geht es im Winzerjahr weiter mit dem Biegen der Fruchtruten und der Bodenbearbeitung, bis es gegen Ende April zum Austrieb kommt. „Die Problematik in diesem Jahr war, dass die Rebstöcke teilweise sehr früh ausgetrieben sind und es zu Frostschäden kam“, sagt Alfred Emmerich. „100 Tage nach der Blüte wird dann der Wein gelesen.“ Zunächst die Sorten Müller-Thurgau, danach Burgunder und anschließend Riesling und Spätburgunder. „Im Dessertweinbereich bieten wir übrigens auch einen Pinoporto an. Das ist ein Spätburgunder-Portwein und wir sind die einzigen am Mittelrhein, die ihn anbieten.“

Alfred Emmerich und sein 20-jähriger Sohn Philipp hoffen jetzt, dass es einen trockenen Herbst gibt. „Wasser haben die Reben im Juli genug bekommen“, sagt Alfred Emmerich. Ähnlich war das nämlich auch im vergangenen Jahr. „Und von der Qualität ist das dann ein super Jahrgang geworden.“

Dabei bewirtschaftet das Stadtweingut Bad Hönningen etwa zwei Drittel seiner Anbauflächen mithilfe von Maschinen. Ein Drittel, nämlich im Steilhang, ist noch komplette Handarbeit. „Und das soll auch aus Liebe zum Produkt so bleiben“, sagt Philipp Emmerich, der derzeit in Franken eine Ausbildung zum Winzer absolviert und mit dem die nächste Winzergeneration bereits in den Startlöchern steht. „Denn Wein soll ein Genussmittel bleiben und kein industriell hergestelltes Lebensmittel werden. Wir fühlen uns der Tradition verpflichtet.“

Weitere Infos zum Stadtweingut gibt es unter www.stadtweingut.de. (msc)

 

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