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Familie Abdi aus Syrien lebt jetzt in Bad Honnef


„Wir wollen uns integrieren!“

Das Thema Flüchtlinge wird die Region sicher noch einige Zeit beschäftigen. Viel wird getan, um diesen Menschen bei der Integration in die Gesellschaft zu helfen. Immer wieder betonen aber auch die Kommunen, dass dies kein einseitiges Handeln sein darf. So sagt auch Otto Neuhoff, Bürgermeister von Bad Honnef, immer wieder, wie wichtig der Wille der Asylsuchenden ist, auch selbst etwas dafür zu tun, hier Fuß zu fassen und sich den Lebensgewohnheiten und der Kultur anzupassen. Das Beispiel der Familie Abdi, die jetzt im Rheinstädtchen eine neue Heimat gefunden hat, zeigt, dass das sehr gut funktionieren kann.

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Familie Abdi – Tochter Lana, Sohn Sherman, Vater Faisal, Mutter Sahar und Sohn Raman – stammt aus dem kurdischen Teil Syriens und ist seit einem Jahr in Deutschland.
Bild: mc

Sahar, Faisal und ihre Kinder Sherman (19), Raman (19) und Lana (13) stammen aus Paschmili im kurdischen Teil Syriens. Sahar arbeitete dort als Hebamme und ihr Mann als Lehrer. Der Krieg und die politischen Verhältnisse zwangen sie, das Land zu verlassen. „Wir wollten, dass unsere Kinder in Frieden aufwachsen können“, so die besorgte Mutter.

Im Oktober 2015 kamen sie auf Umwegen über Griechenland und einen langen und anstrengenden Anreise in Duisburg an. Sie wurden dann nach Bad Honnef eingeteilt. „Wir sind so froh darüber, Bad Honnef ist eine wunderschöne Stadt, die Menschen hier so freundlich, am liebsten würden wir für immer hier bleiben“, sagt Sahar mit freudestrahlenden Augen.

Für alle Familienmitglieder war es eine Selbstverständlichkeit, die deutsche Sprache so schnell wie möglich zu lernen. Alle besuchen entsprechende Kurse, die jüngste Tochter zunächst die Internationale Klasse in der Konrad-Adenauer-Schule, jetzt wechselte sie auf das Siebengebirgsgymnasium, soll und möchte Abitur machen. Sherman und Raman wollten aktiv etwas zurückgeben und schlossen sich als Freiwillige dem Roten Kreuz an. Jens Kölzer, Fachdienstleiter des DRK Rhein-Sieg und Bereitschaftsleiter der Ortsgruppe Bad Honnef, ist voll des Lobes für seine beiden Abdis.

Warten auf die Anerkennung

Die Mutter jobbt auf 1-Euro-Basis im Marienhof in Bad Honnef. Die alten Menschen dort lieben ihre Sahar, die immer so freundlich und hilfsbereit zu ihnen ist. „Früher habe ich mich um Babys gekümmert, jetzt um die Alten. Aber so viel Unterschied macht das nicht.“

Die Arbeit in der Senioreneinrichtung half ihr sehr bei der Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse. Sie hofft nach der Anerkennung, die nach einem Jahr noch immer nicht vorliegt, weiter im gesundheitlichen Bereich tätig sein zu können. „Ich muss arbeiten, ich brauche das zum Leben“, verrät sie. Ihr Mann laboriert derzeit an einer Rückenverletzung, möchte aber auch sobald wie möglich eine Beschäftigung annehmen.

In der Zeit hier haben Abdis viele Freunde anderer Nationalitäten gefunden und bewusst auch den Kontakt zu Einheimischen gesucht. Dankbar ist die Familie auch für die tolle Betreuung durch die Stadt, zum Beispiel durch Nadine Batzella vom Fachdienst Soziales, Moussa Eid vom Außendienst Fachdienst Asyl und Heyin Hellemann. „Wir sind sehr, sehr glücklich, in Bad Honnef gelandet zu sein. Wir können uns nichts Besseres vorstellen.“ (mc)

 

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