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Mit Menschen: Senem Özmen


Wüstenlandschaft verhalf Senem zum Publikumspreis

„Beim Malen entspanne ich mich, vergesse den Stress und schalte komplett ab. Ich denke nichts mehr. Alles fließt. Dann kann es passieren, dass ein ganz anderes Bild entsteht, als das, was ich ursprünglich malen wollte“, sagt Senem Özmen, die im April den Publikumspreis der Initiative Kunst Hennef (IKH) gewonnen hat.

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Groß ist die Freude der 17-jährigen Senem Özmen über die Auszeichnung mit dem Publikumspreis der IKH für ihr Bild.
Bild: Presseagentur Funk

Dass die 17-Jährig darauf stolz ist, ist unschwer zu erkennen. Senem Özmen strahlt über das ganze Gesicht: „Von einem Teile des Preisgeldes in Höhe von 200 Euro, habe ich meine engsten Freunde und meine Familie in eine Eisdiele eingeladen. Von dem restlichen Geld kaufe ich mir eine Staffelei, Pinsel, Farben und Stifte.“

Die Kunstutensilien kann sie gut gebrauchen. Denn im Herbst darf sie ihre Werke in einer Förderloge während der Ausstellungstage der IKH in der Meys Fabrik in Hennef zeigen. Einen Faible für das Malen hat Senem Özmen schon seit ihrer Kindheit: „Meine Mutter bemerkte meine Begeisterung, unterstützte mich und meldete mich bei einem Kunstverein an. Dort lernte ich, wie man mit Farben und Stiften umgeht.“

Viel Lob für ihr Talent erntete Senem Özmen von ihrer Verwandtschaft, als sie ein Porträt ihres verstorbenen Onkels malte und dieses Bild ihrer Tante als Andenken schenkte. „Das hat mich sehr motiviert“, sagt sie.

Von der Ausschreibung des Jugendkunstpreises der IKH erfuhr Senem Özmen in ihrer Schule, dem Allee Gymnasium in Siegburg, wo sie den elften Jahrgang besucht. Den Aufruf las sie am Schwarzen Brett. „Ich habe als einzige von meiner Schule mitgemacht“, sagt sie.

„Gratwanderung“ hieß das Thema, bei dessen Interpretation ihr ihre Kunstlehrerin half. Entstanden ist daraus die Idee, eine Wüstenlandschaft in Acrylfarben zu malen. Und es wurde Senem Özmens erstes Bild auf Leinwand. Zu sehen sind große, schwarze Dünen vor einem purpurfarbenen, blau-weißen Himmel. Wenn man genau hinschaut, sieht man auf einer Düne zwei Menschen mit einem Kamel, die die Düne mühsam erklimmen.

„Ausdrücken will ich damit, dass es sehr anstrengend ist, seine Heimat oder seinen Wohnort zu verlassen und in einer unbekannten Umgebung neu anzufangen. Um diese Einsamkeit dazustellen, habe ich meine Figuren, im Vergleich zur Landschaft, sehr klein gemalt“, sagt Senem Özmen.

Den meisten Besuchern der IKH-Ausstellung in der Meys Fabrik gefiel dieses Bild so gut, dass sie dem Werk ihre Stimme gaben. Nach ihren Zukunftsplänen gefragt, verriet die Gymnasiastin, dass sie nach dem Abitur gerne Polizistin werden möchte. Das Malen und das Zeichnen möchte sie aber weiterhin als Hobby betreiben.

Alle zwei Jahre vergibt die IKH drei Jugendkunstpreise. Neben dem Publikumspreis, der in diesem Jahr an Senem Özmen ging, erhielt Klara Ebertz den Jugendkunstpreis in der Alterskategorie 15 bis 18 Jahre. Cara-Debora Stanko, Hannah Hermann, Esther Eberl und Cindy Gernandt erhielten den Jugendkunstpreis in der Alterskategorie 19 bis 22 Jahre. Alle Gewinner erhielten 200 Euro und dürfen ihre Werke in einer Förderloge während der diesjährigen Herbstausstellung der IKH zeigen. (an)

 

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