Wiener Kongress legte den Grundstein für die Verbandsgemeinde

 

200 Jahre Flammersfeld

Neben Linz (wir berichteten) und Altenkirchen (wir berichteten) blickt auch die Verbandsgemeinde Flammersfeld in diesem Jahr auf eine 200-jährige Geschichte zurück.

Von Josef Zolk

Die heutige Verbandsgemeinde Flammersfeld ist in ihrer Struktur zurückzuführen auf die Ergebnisse des Wiener Kongresses. Nachdem Napoleon Bonaparte im Frühling 1814 erfolgreich zu Sturz gebracht wurde, hatte der Kongress das Ziel, Europa neu zu ordnen. Zum Kongress erschienen Staatsmänner, Fürsten und andere Vertreter der nahezu 200 teilnehmenden Länder und Herrschaftseinheiten.

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Wahrzeichen der VG Flammersfeld: Die evangelische Kirche in Flammersfeld

Auf deutschem Boden entstand aus den noch existierenden oder wiederhergestellten 35 deutschen souveränen Fürstenstaaten und den verbliebenen vier freien Reichsstädten ein loser Staatenbund. Dabei setzten die großen Strippenzieher des Kongresses, der Engländer Lord Castlereigh und der österreichische Staatskanzler Metternich (übrigens ein Koblenzer), durch, dass die Militärmacht Preußen – die ihrerseits eher an Sachsen interessiert war, dies aber nicht durchsetzen konnte – die „Wacht am Rhein“ übernehmen sollte, als Barriere gegen jedwede erneute französische Aggression.

Am 11. März 1815, noch vor der offiziellen Inbesitznahme, ordnete König Friedrich Wilhelm II. daraufhin den Ausbau Kölns zur Festungsstadt an. Mit der Proklamation vom 5. April 1815 nahm König Friedrich Wilhelm III. Besitz von den ihm, auf dem Wiener Kongress zugesprochenen, Gebieten. Damit war das überwiegende Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen und Teile des Nordens des heutigen Rheinland-Pfalz preußisch geworden.

Sitz des Oberpräsidenten der Rheinprovinz, also der Provinzialregierung, wurde Koblenz. Die Rheinprovinz gliederte sich in die fünf Regierungsbezirke Aachen, Düsseldorf, Koblenz, Köln und Trier. Die Regierungsbezirke waren wiederum in Landkreise mit je etwa 30.000 bis 40.000 Einwohnern eingeteilt.

Als einer dieser Landkreise wurde der Kreis Altenkirchen am 14. Mai 1816 juristisch eingerichtet. Zu seiner Untergliederung wurden neun Bürgermeistereien gebildet; darunter die Bürgermeisterei Flammersfeld, die sich aus den Kirchspielen Flammersfeld, Schöneberg, Horhausen, Peterslahr und Oberlahr mit insgesamt 33 Ortsgemeinden zusammensetzte. Bezogen auf die heutige kommunale Struktur hatte die Bürgermeisterei 1815 insgesamt 3235 Einwohner.

Neugliederung nach über 100 Jahren

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Die Burg Oberlahr
Bilder: VG Flammersfeld

Diese Struktur von 1816 hatte bis zur Gebietsänderung zum 1. April 1939 Bestand. Damals wurde Ahlbach Flammersfeld zugeschlagen, Huf und Luchert zu Horhausen, Niederähren zu Seifen, Bettgenhausen zu Seelbach und Strickhausen zu Berzhausen.

Die Überlegungen, in der VG Flammersfeld aus den 1969 bestehenden Ortsgemeinden durch freiwilligen Zusammenschluss drei große Ortsgemeinden (Horhausen, Flammersfeld und Oberlahr) zu bilden, wurden entgegen der Ergebnisse einer Dienstversammlung der Ortsbürgermeister mit Amtsbürgermeister Eugen Schmidt vom 15. Dezember 1969 im Hotel „Schloß Wied“ in Oberlahr nicht weiterverfolgt.

Im Zuge der Territorialreform in Rheinland-Pfalz 1969 wurden aus dem ehemaligen Amt Weyerbusch die Ortsgemeinden Giershausen und Ziegenhain der Verbandsgemeinde Flammersfeld zugeordnet. Ziegenhain und das ursprünglich zur Ortsgemeinde Orfgen gehörende Ziegenhahn schlossen sich 1994 zur gemeinsamen Ortsgemeinde Ziegenhain zusammen. Ende 2015 umfasste die Verbandsgemeinde Flammersfeld 26 Ortsgemeinden mit fast 12.000 Einwohnern.

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