Achtung, Ostereier im Anflug

Zu Ostern gibt es viele Bräuche. Neben den Klapperläufen an Karfreitag und Karsamstag und den Osterfeuern in der Osternacht möchten die Rhein-Westerwald-News an dieser Stelle auch gerne den Brauch des Ostereierweitwurfs vorstellen.

Hümmerich Ostereierwerfen

Beim Ostereierwerfen in Hümmerich kommt es nicht so sehr auf die Weite, sondern vielmehr auf Treffsicherheit an.

Am Ostersonntag fliegen die Ostereier wieder in Horhausen im hohen Bogen durch die Luft. In diesem Jahr findet bereits der 28. Wettbewerb statt, zu dem Teilnehmer und Besucher aus Nah und Fern eingeladen sind.

Das bei Jung und Alt beliebte Osterevent ist auf einen alten Brauch zurückzuführen. Der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins Horhausen, Rolf Schmidt-Markoski, weiß aus Erzählungen und seiner Jugendzeit zu berichten, dass sich früher Kinder und die Dorfjugend nach dem Gottesdienst in der Magdalenen-Kirche zu Horhausen am Ostersonntag auf einer Wiese zum „Eier-Werfen“ trafen. Es ging darum, ein hart gekochtes Osterei möglichst weit zu werfen. Dabei kam es nicht nur auf die Weite an, vielmehr musste das Ei auch ganz bleiben.

Bei richtiger Wurftechnik -man nimmt das Osterei zwischen Daumen und Zeigefinger, mit der Spitze nach oben und wirft geradeaus – bleibt das Ei ohne Bruchlandung unversehrt. „Etwas Glück gehört ebenfalls dazu“, sagt Schmidt-Markoski. „Und so ist es auch heute noch“, ergänzt er.

Tipp vom Sieger: Nicht zu hoch werfen

Einer, der wissen muss, wie es geht, ist der Sieger des Ostereiweitwurfs 2013. Fabian Dick aus Asbach ließ sein Ei ganze 57 Meter durch die Luft fliegen und landete mit so auf dem Siegertreppchen. „Ich wollte es einfach mal ausprobieren“, sagt Fabian Dick im Gespräch mit der RWN. Nur einen Wurf hatte der Volleyballspieler des TuS Asbach und dieser gelang ihm. Auf eine bestimmte Wurftechnik möchte sich der 18-Jährige nicht unbedingt festlegen. Nur soviel: „Ich denke, es ist wichtig, dass man das Ei nicht zu hoch wirft. Wenn es aus einer allzu großen Höhe auf den Boden fällt, wird es wahrscheinlich leichter zu Bruch gehen“, vermutet Fabian Dick.

Fabian Dick

Ach du dickes Ei: Fabian Dick warf es 57 Meter weit.
Bilder: Presseagentur Funk

Einen kleinen Vorteil könnte ihm auch die Tatsache eingebracht haben, dass er als Volleyballspieler eben auch gut werfen kann. „Allerdings“, so Fabian, „hätten Handballer oder Leichtathleten vielleicht noch bessere Chancen“.

Übrigens: Der vor etlichen Jahren geworfene „Wiesen-Rekord“ liegt in Horhausen noch bei 73 Metern. „Es wäre eine Herausforderung, hier mal einen neuen Rekord aufzustellen“, sagt Fabian Dick.

In Hümmerich hingegen ist neben der richtigen Technik und Fingerspitzengefühl beim jährlichen Ostereierwerfen auch Treffsicherheit gefragt. Denn hier geht es darum, dass die bunten Eier unversehrt in einem aufgestellten Korb landen. Ausgerichtet wird dieser Spaß, der nicht nur die Kinder des Ortes, sondern auch deren Eltern begeistert, traditionell am Ostermontag vom Verkehrs- und Verschönerungsverein der Westerwaldgemeinde.

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