Beliebte Weihnachtsboten werden lebendig


Adventskalender der besonderen Art

Mit Süßigkeiten, Spielzeug oder anderen Kleinigkeiten gefüllte Adventskalender kennt jedermann. Dass es auch anders geht, zeigen interaktive und lebendige Adventskalender auch im RWN-Land.

Der Katharinenhof in Linz am Rhein verwandelt sich jedes Jahr in einen bunten Adventskalender der besonderen Art.
Bild: Gemeinde

Der Katharinenhof, das Evangelische Gemeindehaus in Linz, verwandelt sich seit über 20 Jahren im Dezember in einen täglich anwachsenden Adventskalender, indem die 23 Fenster mit weihnachtlichen Motiven aus buntem  Papier oder Fingermalfarben verziert werden. Gruppen, Familien oder Einzelpersonen übernehmen dabei die „Patenschaft“ für je ein Fenster.

„Als ich damals in der Adventszeit vor dem Katharinenhof stand und aus einer Laune heraus die Fenster zählte – 22 Fenster auf der Frontseite, eines das zur Kirche zeigt –, da dachte ich, da könnte man was draus machen“, erinnert sich Christoph Schwaegermann von der Evangelischen Trinitatis-Kirchengemeinde. Während die Fenster bei der Premiere nur bei Tageslicht bewundert werden konnten, werden sie seit dem zweiten Jahr täglich bis 21 Uhr von innen angestrahlt. „Nun machen wir das schon so lange“, so der Pfarrer. „Und immer noch wird in der Gemeinde nachgefragt, ob die Aktion wieder stattfindet.“ Zu sehen ist „Der Katharinenhof leuchtet“ bis zum 31. Dezember.

Auch bei den „Adventsfenstern“ in Königswinter gestaltet vom 1. bis zum 23. Dezember täglich ein Teilnehmer oder eine Gruppe  ein Fenster. Bei der ökumenischen Aktion der Gemeinden in Thomasberg und Heisterbacherrott sind die „Fenster“ allerdings kreuz und quer über beide Stadtteile verteilt. Täglich um 18.30 Uhr werden sie „geöffnet“. Dabei wird auch gemeinsam gesungen und gebetet, den Abschluss bildet ein geselliges Beisammensein.

In diesem Rahmen seien schon Bilder auf eine Wand projiziert, von Kindern etwas vorgeführt, in einer Doppelgarage eine lebensgroße Krippe präsentiert oder eine Geschichte vorgelesen und das Fenster passend dazu dekoriert worden, so Initiatorin Pia Haase-Schlie.

„Mittlerweile ist die Aktion ein Selbstläufer. Wir erreichen rund 600 Menschen im Advent“, freut sich die evangelische Pfarrerin. Viele würden sich zudem darum reißen, eines der Adventsfenster zu gestalten – mitmachen darf daher, wer sich zuerst anmeldet. Eine Übersicht aller diesjährigen Teilnehmer gibt es unter www.kirche-am-oelberg.de/adventsfenster.html.

An Grundschüler richtet sich die vom Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz und der Arbeitsgruppe „Lesespaß aus der Bücherei“ entwickelte Aktion „Adventskalender“. Diese führe man schon seit vielen Jahren „mit der Grundschule in der Au in Neustadt durch“, berichtet Angela Dissemond von der Gemeindebücherei Neustadt. Einzelne Teile einer Vorlesegeschichte würden dabei für jeden Schultag im Advent in einen roten Umschlag gesteckt, „so dass sozusagen ein Schuladventskalender entsteht.“

Nina Kötting, Lehrerin einer dritten Klasse, macht schon zum vierten Mal mit: Ihr gefalle, dass die ganze Klasse eingebunden sei, und nicht nur jeweils ein Kind ein Türchen öffne. Gemeinsam könne dann bei den Aufgaben geknobelt werden und mit etwas Glück könne man zum Schluss sogar etwas gewinnen. An der Aktion nehmen auch die Erich Kästner Grundschule in Windhagen und die Grundschule Oberlahr teil.

Der Online-Video-Kalender „Physik im Advent hat seine Wurzeln auch in Bad Honnef.
Bild: Veranstalter

Interaktiv ist auch der Online-Adventskalender „Physik im Advent“, an dessen Umsetzung die Deutsche Physikalische Gesellschaft in Bad Honnef beteiligt ist. Jeden Tag wird auf www.physik-im-advent.de ein kleines physikalisches Experiment, das sich mit haushaltsüblichen Materialien durchführen lässt, als Video vorgestellt. Dort können die Teilnehmer auch die im Experiment aufgeworfene Frage beantworten und am Folgetag die Auflösung ansehen. Mitmachen kann jeder, der sich registriert.

Im Unterricht sei der Kalender nur schwierig zu integrieren, erklärt Beate Fabiszisky, Physiklehrerin an der St. Josef Schule in Bad Honnef. Aber man stelle ihn den Klassen vor und ermutige die Schüler sich selbständig daran zu beteiligen. Auch der Online-Adventskalender „Mathe im Advent“, der in weihnachtliche Geschichten verpackte Knobeleien bietet, ist in der St. Josef Schule ein Thema. Nach der Vorstellung in den Klassen hätten die Schüler die Aufgaben im letzten Jahr selbstständig gelöst, so Fabiszisky. (eg)

 

 

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