Vogel des Jahres: gefährdeter Star


Alle Vögel sind nicht mehr da

Die spektakulären „Wolken“ mit mehr als 100.000 Tieren, die Naturschützer in ländlichen Regionen gesichtet haben, fallen in Ohlenberg zwar stets deutlich kleiner aus, aber der „Vogel des Jahres 2018“ gibt auch in der heimischen Region noch immer sein Gastspiel. Die Nabu-Gruppe Waldbreitbach greift aktuell eine bundesweite Nabu-Initiative auf und klärt darüber auf, dass der Allerweltsvogel leider zum besonderen Star geworden ist: Er gilt als bedrohte Art.

In dieser Vielfalt nur noch selten zu sehen: Die Bestände mancher Vogelarten sind deutlich reduziert.
Bild: Nabu

Der Star sei „ein Paradebeispiel dafür, wie es um unsere eigentlich häufigen Vogelarten steht. Noch zählt er mit seinen durchschnittlich 3,65 Millionen Brutpaaren zu den häufigsten Vogelarten in Deutschland und Europa, doch spätestens seit der Jahrtausendwende gehen die Bestände des Jahresvogels zurück.“ Die Sorge teilt auch Susan Hubert von der Nabu-Gruppe Waldbreitbach: „Das sind die Folgen der intensiven Landwirtschaft“, nennt sie auch eine Begründung für die unerfreuliche Entwicklung.

Als Bodensucher findet der Star nach ihrer Überzeugung viel zu wenig Futterplätze. Denn seine bevorzugten Lebensräume wie Weiden, Wiesen und Felder mit Alleen und Waldrändern werden immer intensiver genutzt. Er benötigt Baumhöhlen zum Brüten und Nahrungsflächen mit kurzer Vegetation, wo er Würmer und Insekten findet.

Doch, so die Nabu-Experten, Hecken und Feldgehölze „stören“ eher beim intensiven Anbau von Getreide und Energiepflanzen in Monokulturen. Auch die zunehmende Haltung von Nutztieren in abgeriegelten Riesenställen setzt dem Star zu. Grasen Tiere nicht auf der Weide und hinterlassen ihren Mist, bleibt mit den angelockten Insekten ein wichtiges Nahrungsmittel aus.

Der Naturschutzbund kennt auch für die heimische Region aktuelle Zahlen, denn alljährlich ruft er seine Helfer zur Vogelzählung auf. Mit einem recht erfreulichen Ergebnis in diesem Jahr, denn nach sehr niedrigen Zahlen im vergangenen Winter haben sich in diesem Jahr wieder mehr Wintervögel in den Gärten im Kreis Neuwied eingefunden. Landesweit beteiligten sich 7400 Vogelfreunde an der Aktion. Im Kreis Neuwied haben 395 Nabu-Zähler 12.757 Vögel gezählt.

„Im vergangenen Winter hatten die Teilnehmer 20 Prozent weniger Vögel gemeldet als im Schnitt der Jahre zuvor“, sagt Kerstin Schnücker vom Nabu Rheinland-Pfalz, „Zum Glück hat sich dieses erschreckende Ergebnis nicht wiederholt.“ (fu)

 

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Cookie-Einstellung

Bitte treffen Sie eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie unter Hilfe. Datenschutzerklärung | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Weitere Informationen

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.
  • Keine Cookies zulassen:
    Es werden keine Cookies gesetzt, es sei denn, es handelt sich um technisch notwendige Cookies. Borlabs Cookie hat bereits ein notwendiges Cookie gesetzt.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutzerklärung. Impressum

Zurück