JGV Dattenberg

 

Alt und Jung kommen zusammen

Die Vorliebe von Vereinen für besondere Jubiläen ist bekannt. „Gerade Hausnummern“ werden gerne für rauschende Feste herangezogen. Auf seine nächste Jubiläumsfeier muss der Junggesellenverein Dattenberg allerdings noch ein wenig warten. „Wir werden in diesem Jahr 256 Jahre alt“, schmunzelt Sebastian Hausen.

Königswalzer2014

In wenigen Wochen ist es in Dattenberg wieder so weit: Das Foto zeigt den Königswalzer beim Königsball im vergangenen Jahr.
Bild: Verein

Der 1. Vorsitzende des JGV hat derzeit aber ein anderes Datum im Blick. Vom 4. bis 7. September steht in der kleinen Gemeinde nahe Linz die Ortskirmes an, wie immer organisiert vom Junggesellenverein. Als größter Verein in Dattenberg sieht sich der JGV auch in der Verpflichtung, diese Kirmes-Tradition jedes Jahr mit Leben zu erfüllen.

„Die ersten Planungen gehen schon im Winter los, dann wird auch die Band organisiert, die am Königsball spielt“, so Hausen. Eine Kirmes im landläufigen Sinne hat Dattenberg schon länger nicht mehr. „Früher gab es bei uns auch Schießbuden, Karussells und Losgeschäfte. Aber die Schausteller kommen nicht mehr so zahlreich zu uns“, bilanziert der Vorsitzende.

Das hänge seiner Meinung nach auch damit zusammen, dass in Dattenberg immer weniger Kinder leben, die nun mal das Hauptklientel für die Schausteller ausmachen. „Aber wir sind ja auch kein Jahrmarkt“, bekräftigt Sebastian Hausen. „Allerdings stellen wir ein bisschen was für die Unterhaltung noch selbst auf die Beine.“

Bei der Dattenberger Kirmes stehe eben im Vordergrund, dass mit dem Königszug durch die Gemeinde und dem Königsball Alt und Jung zusammen kommen und die Dorfgemeinschaft feiert. Dafür legen sich die rund 50 aktiven Mitglieder des Junggesellenvereins mächtig ins Zeug. Und haben auch die eine oder andere Neuerung im Programm. „Wir haben in diesem Jahr den Königsball erstmals von Sonntag auf den Samstag gelegt, weil sich heute kaum noch jemand den anschließenden Montag frei nimmt“, kennt Hausen seine Pappenheimer.

Dass die Organisation in seinem Verein so gut klappt, hängt sicher auch mit dem weiblichen Zuwachs zusammen. „Schon länger haben wir Frauen in den Verein eingebunden, sie können trotz des Namens „Junggesellen“ bei uns Mitglied werden“, bekräftigt Hausen. Das funktioniert in Dattenberg so gut, dass im JGV mittlerweile das weibliche Geschlecht zahlenmäßig im Vorteil ist.

„Und seit letztem Jahr müssen sich auch unsere weiblichen Mitglieder ab 18 Jahren am Königsschießen beteiligen“, so der Vorsitzende. Überhaupt hat Hausen im Gegensatz zu anderen Vereinen keine Probleme mit Mitgliederschwund – im Gegenteil. „Im vergangenen Jahr haben wir 17 neue Mitglieder bekommen, da war ich schon sehr beeindruckt“.

Aber nicht nur die Kirmes hält die Dattenberger Junggesellen auf Trab. „Wir organisieren auch das jährliche Burgfest, veranstalten das Königsschießen am ersten Sonntag im August, machen mit beim Kleidersammeln für Bolivien und unternehmen mit dem Verkehrs- und Verschönerungsverein einmal im Jahr das Müllsammeln im Ort“, listet Hausen auf.

Und wie manch anderer Junggesellenverein pflegt auch der JGV Dattenberg eine herzliche Rivalität zu einem benachbarten Verein. „Mit den Leubsdorfern haben wir schon seit Jahren eine kleine Rivalität, nichts Ernstes, man kabbelt sich eben.“ Fast klingt dann ein wenig Bedauern durch, wenn Hausen darauf verweist, dass ein Fixpunkt in solchen Vereins-Rivalitäten auf Eis liegt: das gegenseitige Maibaum-Klauen. „Die in Leubsdorf haben ja keinen Maibaum mehr, den wir entführen könnten“.

 

 

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