Essen im Urlaub

 

Andere Länder, andere Sitten und Speisen

Damit eine Fernreise ein voller Erfolg wird, raten die Verbraucherzentralen Reisenden, Ernährungs- und Hygienehinweise strikt zu beachten. Für viele gehört es zum Urlaub dazu, bei fliegenden Händlern Lebensmittel und zubereitete Speisen zu kaufen. Allzu sorgloses Handeln kann jedoch gehörig auf Magen und Darm schlagen.

Zaziki - Schafskse - Salat

Verlockend aussehendes Essen wie diese Vorspeisen können eine Gaumenfreude sein. Ungewohnte Speisen und Gewürze können Urlaubern jedoch auch auf den Magen schlagen.
Bild: Fotolia/ PhotoSG

Nicht nur Montezumas Rache, wie Durchfall auf Reisen volkstümlich genannt wird, sondern auch lebensbedrohliche Erkrankungen wie Typhus, Cholera und Hepatitis A drohen, wenn wichtige Hygiene- und Ernährungsregeln unterwegs missachtet werden. Verursacht werden die ernsten Erkrankungen meistens durch Viren, eine bakterielle Infektion mit Salmonellen oder durch den Kontakt mit verunreinigtem Trinkwasser.

Beim Umgang mit Nahrungsmitteln sollten (Fern-)Reisende nach dem Motto „Koch es, schäl es oder vergiss es“ verfahren. Da starkes Erhitzen Krankheitserreger abtötet, gilt es Eier, Fleisch, Fisch, Gemüse sowie Muscheln und andere Schalentiere nur gut durchgegart zu verzehren. Gerade Muscheln sind im gesamten Mittelmeerraum, aber auch im Atlantik, sehr häufig mit Hepatitis-A-Viren infiziert.

Auf Rohkostsalate und Speisen mit rohen Eiern, zum Beispiel mit Mayonnaise, sollte man in Afrika, Asien oder Lateinamerika ganz verzichten. Obst muss vor dem Verzehr immer gründlich mit abgepacktem Trinkwasser gewaschen werden. Wer Orangen, Ananas oder Papaya anschließend mit einem sauberen Messer schält, entfernt die winzigen Übeltäter von den Früchten.

Vorsicht ist auch angesagt bei Büffets, die in Restaurants oder Hotels über mehrere Stunden angeboten werden. Stehen die Speisen bei warmen Temperaturen lange auf dem Tisch, sind sie ein idealer Nährboden für Bakterien. Heiße, frisch gegarte Gerichte am Straßenrand sind kein Problem; Geschirr, Besteck oder der Stand insgesamt können aber hygienisch bedenklich sein.

Zum Trinken oder Zähneputzen darf nur abgefülltes Trink- oder Mineralwasser aus der Flasche benutzt werden. Auch alle anderen Getränke, die industriell abgefüllt werden, wie Bier, Säfte und Softdrinks, können unbedenklich getrunken werden.

Leitungswasser muss hingegen mindestens fünf Minuten abgekocht und anschließend gefiltert werden, um Bakterien und Parasiten zu verbannen. Kaffee und Tee sollten mit sprudelnd kochendem Wasser aufgebrüht werden, um mögliche Erreger abzutöten. Frisch gepresste Fruchtsäfte sind riskant, weil Fruchtpresse und Hände der Verkäufer nicht immer sauber sind. Eiswürfel und gecrushtes Eis sollten aus aufbereitetem Trinkwasser bestehen, ansonsten gilt es sie zu meiden.

Reisende sollten außerdem keine ungekochte Milch trinken und von Rohmilchkäse die Finger lassen. Pasteurisierte Produkte sind unbedenklich. Desserts und Eiscremes, die rohe Eier enthalten, sind nichts für Schleckermäuler. In der Eisdiele oder am Softeisstand sollte ein guter Eindruck von den hygienischen Verhältnissen ausschlaggebend für den Kauf einer kühlen Erfrischung sein. Industriell abgepacktes Eis kann hingegen bedenkenlos verzehrt werden.

Da man auf Fernreisen eher mit neuen Substanzen in Berührung kommt als zu Hause, ist die Gefahr von Überempfindlichkeits- und Kreuzreaktionen oder Reaktionen auf bisher unbekannte Allergene höher. Vor allem für Allergiker können ungewohnte Lebensmittel ein Problem sein. Gefahr besteht speziell bei zuvor nicht probierten Obst- und Gemüsesorten sowie Gewürzmischungen.