Sportabzeichen bringt viele Freizeitsportler auf die Laufbahn

 

Auch mit 81 noch fit für Gold

„Opa, können wir tauschen?“ Die Frage seiner Enkelin nach der feierlichen Übergabe der Sportabzeichen im Rathaus von Bad Honnef vor einigen Jahren hat Otto Geller nicht vergessen. Gerade hatte Enkelin Carla ihr erstes Sportabzeichen in Silber erhalten, Otto Geller seines zum wiederholten Male in Gold.

Sportabzeichenehrung in Bad Honnef: Otto Geller (roter Pullover) mittendrin
Bild: privat

Die offizielle Erklärung des Deutschen Olympischen Sportbundes stellt klar: „Das Deutsche Sportabzeichen ist die Auszeichnung im Breitensport, mit der die sportliche Leistungsfähigkeit von Millionen abgeprüft wird. Qualifizierter Leistungs-Check und gemeinschaftlich erlebter Sport sind besondere Kennzeichen.“

„Sportabzeichen kann man in jedem Alter erringen“, so lautet auch der Kommentar von Hans-Joachim
Bruns, Geschäftsführer beim SV Windhagen. In jedem Jahr sind es bis zu 60 Aktive aus dem Windhagener Sportverein, die die Bedingungen für Gold, Silber oder Bronze erfüllen. Eine relativ große Zahl, betont der Geschäftsführer und verweist darauf, dass der Fußball eigentlich dominierende Sportart in seinem Verein ist. Seit einiger Zeit bietet der SV Windhagen aber auch eine spezielle Trainingsgruppe in Sachen Sportabzeichen.

Das goldene Sportabzeichen ist sicherlich eher eine Spezialität für Läufer und Springer. Offiziell wird schließlich von den „Sack“-Kategorien gesprochen, wie Bruns erläutert: Schnelligkeit, Ausdauer, Kondition und Kraft. Dass damit aber auch viele Breitensportler angesprochen werden können, beweist das Beispiel in Bad Honnef. Zwischen 800 und 1000 Sportabzeichen nimmt der Beauftragte, Helmut Schlegel jährlich zwischen Mai und Oktober ab. „Manche brauchen dafür nur eine relativ kurze Trainingsphase“, weiß der Experte, betont aber gleichzeitig, dass vor allem bei den technischen Disziplinen wie beispielsweise dem Kugelstoßen das richtige Training entscheidend ist.

Gesundheit und Geselligkeit sind zwei besondere Motivationsgründe, die die Teilnehmer zum Sportabzeichen-Training bringen. Wie auch bei Otto Geller, dem es vor Jahren, als er mit seiner Frau aus Köln nach Bad Honnef gezogen war, um neue Kontakte ging, was ihn zunächst zum Tanzsportabzeichen, dann zum Goldenen Sportabzeichen brachte.

Wiederholungstäter sind dann auch die Regel. „Zehn oder sogar 15 Goldmedaillen für einen einzelnen Sportler sind wirklich keine Seltenheit“, wie Schlegel betont. Das Altersspektrum reicht da von 18 bis 81, für Jüngere gibt es einen eigenen Wettbewerb (Sportmaus). Otto Geller ist auch hierfür der lebende Beweis: Mit 81 Jahren hat er unlängst wieder Gold geholt und auf einem Gruppenfoto der Gold-Sportabzeichen aus dem Raum Bad Honnef steht mit Sohn, Schwiegertochter und zwei Enkelkindern tatsächlich die ganze Familie. (fu)

 

 

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